Samstag, 27. Oktober 2012

Stareso-Forschungsstation auf Korsika - Teil 2

03.-05.10.12
Am Vormittag und am späten Nachmittag wurde fleißig gearbeitet. Einen Tag kam jemand von einer Forschungsstation in der Nähe von Nizza, um uns eine Einführung in ein kompliziertes Arbeitsgerät zu geben. Über die Mittagszeit hatten wir gewöhnlich ein paar Stunden frei, Siesta eben. Dann wanderten in den Hügeln nahe der Forschungsstation herum, oder schnorchelten im Meer. Neben den vielen Fischen konnte man manchmal Moränen oder Tintenfische sehen. Am vorletzten Tag hatten wir nach dem Mittag frei und ich lief mit einigen Leuten in die nahe gelegene Stadt Calvi. Nach 1,5 Stunden Fußmarsch an der sehr schönen Küste entlang erreichten wir die Altstadt von Calvi. Das Städtchen ist typisch mediterran, mit engen Gassen und hübschen Cafés. Etliche Läden bieten Sachen für Touristen an. Ich war mehr an der Burganlage interessiert und schaute mir diese allein an, da die anderen eher shoppen und was essen wollten. Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz an einem steinigen Strand an, um uns abzukühlen.

Blick von Calvis Burganlage

Korsika IV & V

Rundumblick zwischen Calvi und Stareso-Forschungsstation

Früh am Morgen des letzten Tages brachen wir mit dem Boot nach Calvi auf. Von dort wurden wir etappenweise mit einem Auto zum Flughafen gebracht. Ich nutzte die Verschlafenheit des Städtchens zur frühen Stunde, um noch ein paar letzte Fotos zu schießen. Natürlich durfte der Espresso im Café nicht fehlen.

Korsika VI

Dienstag, 2. Oktober 2012

Stareso-Forschungsstation auf Korsika - Teil 1

30.09.-05.10.12
Mit meinen neuen Kollegen machte ich einen Arbeitsgruppenausflug nach Korsika (man gönnt sich ja sonst nichts als vielbeschäftigter Wissenschaftler). Mit 14 Leuten starteten wir 6 Uhr früh vom Bergener Flughafen, was Aufstehen um 3:15 Uhr bedeutete. Über Kopenhagen und Nizza flogen wir nach Calvi auf Korsika, wo wir von Regen begrüßt wurden. Als Bergener ist man das ja gewöhnt und dazu war es doch recht angenehm warm. Wir aßen Mittag in der Stadt Calvi und wurden mit einem Boot zur Forschungsstation Stareso gebracht, da nicht genügend geeignete Autos oder Fahrer zur Verfügung standen, die uns den schlechten Weg zur Forschungsstation bringen konnten. Wir passten eine Lücke zwischen zwei Gewitterstürmen für die Bootstour ab. Bei Stareso angekommen wurden die meisten Kollegen im Leuchtturmhaus auf dem Gipfel eines Hügels untergebracht. Ich bekam ein Bett in einem Bungalow nahe der Station am Wasser zugewiesen, was sich im Nachhinein als günstiger erwiesen hat. Einige von uns nahmen gleich mal ein Bad in der warmen See und am Abend wurde sich ordentlich an den Wein- und Biervorräten bedient.

Korsika I

Panorama der Stareso-Forschungsstation

Auf der Forschungsstation werden wir mit Frühstück, Mittag und Abendbrot versorgt. Ansonsten wird hier auch ordentlich gearbeitet. Ich wurde der Chemielaborgruppe zugeordnet, weil ich demnächst einige Sachen dort messen werde. Es wird fast nur auf Norwegisch gesprochen, da ich der einzige bin, der (noch) kein Norwegisch kann. Lesen geht mittlerweile schon einigermaßen, aber vom Verstehen bin ich noch ganz schön weit entfernt. Muss ich wohl lernen, wenn ich die ganzen Witze irgendwann verstehen möchte.

Korsika II

Panorama vom Berggipfel

Korsika III


Interessantes & Lustiges über Japan und die Japaner

Zum Abschluss möchte ich noch auf ein paar interessante bzw. lustige Eigenheiten der Japaner hinweisen, die mir auf meiner Reise aufgefallen sind. Anscheinend erleben viele andere (westliche) Leute es ähnlich, weshalb ich nur auf andere Blogeinträge verweisen brauche:

Eigenheiten und Besonderheiten der Japaner und des japanischen Alltags

Link zum (englischsprachigen) Comic:
„10 good reasons to visit Japan (or not!)“

Am Ende des Comics gibt es noch Links zu allerlei anderen lustigen typisch japanischen Sachen.

Samstag, 25. August 2012

Letzter Tag in Japan ...

17.07.12
Am Nachmittag unseres letzten Tages sollte der Hauptumzug des GION-Festivals stattfinden. Somit war genug Zeit, davor noch andere Sachen anzuschauen. Wir begannen mit dem internationalen Mangamuseum, welches über 200.000 Gegenstände, zumeist Hefte & Bücher, in seinen Sammlungen besitzt. Die Hauptausstellungshalle mit dem geschichtlichen Verlauf der Mangas (jap. Comichefte) und allem möglichen Wissenswertem ist recht sehenswert. Ansonsten gibt es neben ein paar Mangas in anderen Sprachen, eben eine Unmenge an Manga-Heften auf Japanisch zu bestaunen.
Danach gingen wir zur Burg Nijo (Bauphase 1601-1626), welche ehemaliger Sitz der Tokugawa Shoguns war. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Wagenumzug des GION-Festivals. Etliche sehr hochgebaute Wagen (Yamaboko), auf denen ca. 20 Personen saßen, wurden von ca. 50 Leuten mit Seilen durch die Straßen gezogen. Die Personen auf dem Wagen machten mit an Seilen befestigten Glocken Musik und ganz vorn auf dem Wagen waren zwei Personen, welche eine künstlerische Darbietung zeigten und von Zeit zu Zeit Kommandos an die ziehenden Personen gaben. Irgendwie ist das Ganze schwer zu beschreiben, muss man wahrscheinlich einfach mal selbst gesehen haben. Zur Richtungsänderung mussten die Wagen auf angefeuchteten Bambusstreifen von etlichen Leuten verschoben werden, was je nach Erfahrung der Leute unterschiedlich lange dauerte. Wir schauten uns dieses Spektakel eine Weile an und gingen dann schließlich zur Burg, welche nur bis 16 Uhr geöffnet war. Das Burggelände war umgeben von einem Wassergraben und einer dicken Mauer. Innerhalb des Burggeländes befanden sich mehrere Gebäudekomplexe. Das größte Gebäude war die Residenz des Shoguns, der Ninomaru-Palast, dessen Räume man sich anschauen, aber nicht fotografieren durfte. Besonders interessant waren die Nachtigall-Fussböden um die privaten Gemächer des Shoguns, welche so gebaut wurden, dass sie wie Vogelstimmen quietschten, wenn man sich auf ihnen bewegte. Auf diese Weise sollten hinterhältige Überfälle von Meuchelmördern bemerkt werden, quasi wie eine historische Alarmanlage.
Danach fuhren wir zum Yasaka-Schrein. Von dort begann der Hauptumzug des GION-Festivals, die Mikoshi-Parade. Der Umzug bestand aus mehreren Prozessionen, dessen Bedeutung ich nur erahnen konnte. Besonders beeindruckend waren die tragbaren Schreine (Mikoshi), nach denen der Umzug benannt ist und welche von etlichen Leuten auf den Schultern getragen wurden. Dabei hüpften die Träger (mit dem Schrein) zu einem rhythmischen „haifa, haifa“ Gesang. Der Mikoshi und dessen Träger waren noch von mehr als 50 anderen in weiß gekleideten Personen umgeben, welche die Träger anscheinend ablösen wollten. Beeindruckend waren auch die Massen an Zuschauern, welche sich zu beiden Seiten der Straße drängten.
Zufrieden mit den letzten kulturellen Eindrücken eines wirklich faszinierenden Landes konnten  wir am nächsten Morgen die lange Heimreise nach Deutschland antreten.

Mangamuseum / Burg / GION-Festival

Im Osten Kyotos - Teil II

16.07.12
Ein weiterer Sightseeingtag mit Barbaras Freundin im Osten Kyotos war geplant. Wir trafen uns mit Tündi am Hauptbahnhof und fuhren mit dem Bus zum Ginkakuji Tempel, dem Silbernen Pavillon. Der Silberne Pavillon ist nicht, ähnlich dem Goldenen Pavillon, mit Silber verkleidet. Ursprünglich war das vom damaligen Herrscher geplant, doch nach dessen vorzeitigen Ableben wurde das ‚Silber‘-Projekt nicht mehr fertiggestellt. Trotzdem ist der Silberne Pavillon einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wahrscheinlich liegt das an seinem sehr schön angelegten Garten.
Danach schlenderten wir den Philosophenweg entlang, welcher an einem mit Kirschbäumen gesäumten Kanal entlang läuft. Der Name geht auf einen berühmten japanischen Philosophen und Universitätsprofessor des 20. Jahrhunderts zurück, welcher den Weg für die tägliche Meditation genutzt haben soll. Der Weg soll besonders zu Kirschblüte wunderschön sein. Aber auch zu unserer Zeit gab es einige interessante Sachen am Wegesrand zu entdecken.
Danach wollten wir uns noch den Kaiserpalast im Zentrum der Stadt anschauen. Leider waren die kaiserlichen Gebäude an diesem Tag komplett geschlossen (evtl. wegen hochrangigem Besuch) und nur der Park war zugänglich. Die Sonne schien und es herrschte eine für Mitteleuropäer extrem drückende Hitze. Wir beschlossen deshalb, zum Kamo-Fluss zu fahren und uns dort am Ufer auszuruhen. Am Kamo konnten wir auch ein paar Tiere beobachten, die man inmitten der Stadt nicht unbedingt erwarten würde.
Nicht weit vom Kamo entfernt befindet sich der Stadtteil GION. Dort war ganz schön was los, da momentan das GION-Festival stattfand. Die Straßen waren zum Brechen voll. Im GION-Distrikt konnten wir Straßenvorführungen und auch richtige Geishas sehen. Wir hielten uns jedoch nicht sehr lange dort auf, da Tündi uns noch den Fernsehturm von Kyoto, den Kyoto-Tower, bei Nacht zeigen wollte. Kyoto ist wie jede Großstadt ordentlich beleuchtet und man konnte mit kostenlosen Spektiven in alle Richtungen spähen. Danach mussten wir uns leider von Tündi verabschieden, da sie mit dem Nachtbus wieder zurück nach Tokio fuhr.

Ost-Kyoto II

Samstag, 18. August 2012

Im Osten Kyotos - Teil I

15.07.12
Früh am Morgen kam Tündi, eine ehemalige Schulfreundin von Barbara, in Kyoto an. Sie kam mit dem Nachtbus von Tokyo, wo sie lebt, arbeitet und studiert. Wir frühstückten in einer Touristen-Bar und machten uns dann auf den Weg nach Ost-Kyoto, den traditionell erhaltenen Teil der alten Kaiserstadt. Im Osten Kyotos gibt es neben einigen berühmten Tempeln auch eine Unmenge von kleineren Tempeln und Schreinen, wovon jeder seinen eigenen individuellen Charme besitzt. Wir begannen mit dem Sanjusangen-doTempel, in dessen Haupthalle die Tausendarmige Kannon, eine große Statue mit sehr vielen Armen, von 1001, im Detail unterschiedlichen, lebensgroßen Statuen umgeben ist. Die 1001 in regelmäßigen Reihen angeordneten Statuen sind aus Zypressenholz und vollständig vergoldet. Das war wirklich beeindruckend. Leider war auch dort Fotomachen nicht erlaubt.
Nach dem Tempel schlenderten wir weiter durch die Strassen Ost-Kyotos und stießen auf ein Paar Maikos. Maikos sind Auszubildende der Geishas, den traditionell japanischen Unterhaltungskünstlerinnen. Danach kamen wir zum RyozenKannon, einer Anlage zum Gedenken an die japanischen Gefallenen des 2. Weltkriegs. Die riesige Buddha-Statue auf dem Gelände ist 24 Meter hoch und wiegt ca. 500 Tonnen!
Danach schlenderten wir weiter in Ost-Kyoto herum und erkundeten noch andere eher unbekannte Tempel. Diese waren dann wenigstens nicht so überlaufen von all den Touristen, wie wir selbst. Mit Tündi hatten wir auch endlich jemanden, der die Sachen verstehen und übersetzen konnte. Auch sonst erzählte Tündi uns fiele interessante Sachen über die Japaner und deren Kultur. Außerdem zeigte sie uns noch die ein oder andere kulinarische Köstlichkeit, die wir sonst wahrscheinlich verpasst hätten. Ok, die Eiscreme mit dem gemahlenen Grüntee (Matcha-Eis) hatten wir schon vorher probiert. Mein Fall ist es nicht, aber Barbara mag es.

Exkursion rund um den Biwasee

14.07.12
Am Samstag fuhren wir wirklich zeitig nach Otsu, um von dort an einer von der Tagung organisierten Exkursion am Biwasee teilzunehmen. Mit dem Bus und ca. 15 anderen Exkursionsteilnehmern fuhren wir zunächst nach Takashima, zum nördlichen Teil des Sees. Dort sahen wir uns ein noch relativ traditionell gebliebenes, man könnte auch böse sagen, rückständiges Dorf an. Die 'professionelle' Reisebegleiterin sprach nur japanisch und unsere zwei Begleiterinnen vom Konferenz-Hilfsteam versuchten das Gesagte in sehr gebrochenem Englisch zu übersetzen. In dem alten Dorf führte uns ein älterer Herr herum, welcher uns etliche Sachen (auf japanisch) erklärte. Bei der Übersetzung gingen dann wohl einige Sachen verloren sich die zwei Begleiterinnen von der Konferenz wirklich Mühe gaben.
Danach war ein Besuch der Chikubushima-Insel geplant. Die Insel erreichten wir mit einer Fähre, auf der wir unsere Bento-Box zum Mittag genossen. Auf der Fähre stellte sich auch unsere neue Führerin, Maki, vor. Maki war schon überall auf der Welt unterwegs gewesen und wusste die Begrüßungen in fast allen Sprachen der Anwesenden. Auch in Japan lebt sie mit ihren zwei Pferden eine nomadische Art, zieht umher und schläft draußen. Als wir die Insel erreichten, fielen uns die Unmengen an Reihern in den Bäumen auf. Später erfuhren wir von Maki, dass vor nicht allzu langer Zeit der Kot der Vögel alle Bäume hat eingehen lassen. Erst nachdem man alle Vögel vertrieben bzw. getötet hatte, war ein Waldwachstum wieder möglich. Auf der kleinen Insel gibt es den Tuskubusuma Jinja-Schrein und den Hogonji Tempel zu besichtigen. Niemand lebt dort und auch die Shop-Besitzer verlassen die Insel am Abend. Maki erklärte uns viele Sachen der regionalen Religion, Kultur und Mythologie. Wir hatten nicht viel Zeit auf der Insel und nahmen die letzte Fähre zurück zum Festland wo der Bus schon auf uns wartete.

Takashima / Chikubu-Insel / Harie-District

Dann fuhren wir zu unserer letzten Station, dem Harieno Shozu (Quellwasser) Distrikt. Dort wartete ein lokaler Guide auf uns, da man diesen Distrikt nur mit Führung besichtigen darf. Maki übersetzte seine Erklärungen ins Englische. Der Harie-Distrikt ist aufgrund der dort typischen Kabatas bekannt. Bei einer Kabata handelt es sich um einen kleinen Schuppen in dem sich eine Wasserquelle und etliche Becken befinden. Das Quellwasser wird als Trinkwasser benutzt und in einem kleinen Becken, dem Tsuboike aufgefangen. In einem großen Becken (Hataike), in dem sich immer große Karpfen befinden, wird oft das Geschirr gespült. Die Karpfen ernähren sich von den organischen Überresten der Mahlzeiten, werden aber gewöhnlich selbst nicht verspeist, da sie den Stellenwert von Haustieren besitzen. Ursprünglich hielt man die Karpfen als Reserve für schlechte Zeiten. Oft wird Gemüse in den Quellbecken frisch gehalten und manchmal halten sie auch Goldfische im großen Becken getrennt von den Karpfen. In einem Becken sahen wir auch einen Riesensalamander (Oosanshouo genannt), der verletzt dort aufgenommen wurde. Der japanische Riesensalamander ist streng geschützt und kann bis zu 1,5 m lang und 20kg schwer werden. Die Kabatas können im Innenraum sehr unterschiedlich aussehen und einige Bewohner zeigen die Hütten stolz den Touristen. Im Harie-Distrikt kann man viele interessante Details entdecken und ist definitiv einen Besuch wert.

Samstag, 4. August 2012

Exkursion auf dem Biwasee

13.07.12
Am Freitag Mittag wurde die Konferenz offiziell beendet. Danach nahmen wir noch an einer Halbtagsexkursion teil. Dabei ging es mit dem Bildungsboot 'Megumi' auf den Biwasee. Als Exkursionsführer mit dabei war der japanische Wissenschaftler Michio Kumagai, welcher jahrelang am Biwasee forschte und die Konferenz mitorganisiert hatte. Er erzählte viel Wissenswertes über den See, wovon wir aber schon einiges aus dem Biwaseemuseum kannten. Nachdem wir eine Weile gefahren waren, hielten wir an und ließen einen Minitauchroboter mit integrierter Kamera auf den Seegrund. Die Kinder konnten dann den Tauchroboter eine Weile mit einer Playstationbedienung herumsteuern. Zu sehen war leider nicht sehr viel auf den Monitoren, was daran lag, dass es einfach nichts außer Sand auf dem Grund zu sehen gab. Egal, wir passierten einige interessante Inseln des Sees, z.B. die einzigste bewohnte Insel auf der sich ein Fischerdorf befand oder Felsen die einfach mitten im See aus dem Wasser ragten...

Während der Konferenz

09.-12.07.12
Im Tagungsgebäude konnte man während der Konferenz an einer Teezeremonie und einem 'Flower arrangement' (Anfertigung eines Blumengestecks) teilnehmen. Barbara und ich nahmen an der Teezeremonie teil, bei der man Grünen Tee auf besondere Weise zubereitet in speziellen Bechern gereicht bekam. Die Blätter des grünen Tees wurden vorgemahlen als Pulver vor unseren Augen mit heißem Wasser und einer Art kleinen Schneebesen aus Bambus zu einem sämigen grünen Getränk verrührt. Der Tee schmeckte recht stark, war aber sehr belebend. Am Ende bekamen wir noch ein kleines typisch japanisches Dessert, bei dem es sich um sehr süßes festes Gelee mit süßem Bohnenmus handelte. Die Teezeremonie läuft nach mehr oder weniger strikten Regeln bzw. Bewegungsabläufen ab und es wird sich oft verneigt. Generell nimmt das Verneigen in der japanischen Kultur einen hohen Stellenwert ein. Barbara nahm dann noch am Flower arrangement teil und fertigte ein wirklich hübsches Blumengesteck an, welches unser eher trostloses Hostelzimmer um die letzten Tage verschönern sollte.
Ich hatte meinen 12-minüten Vortrag am Dienstagmorgen und war in einer extrem schlechten physischen Verfassung, da mich in der Nacht ein Migräneanfall gegen 3 Uhr aus dem Schlaf riss. Auch 2 Paracetamol halfen nicht viel, und ich kämpfte mich mit Übelkeit und Kopfschmerzen bis zum Morgen. Der Vortrag lief dann wohl eher bescheiden, was schade war, da viele bekannte Wissenschaftler anwesend waren und ich eigentlich eine gute Performance bieten wollte. Barbara hatte ihren Vortrag am Mittwoch.
Nach der Tagung hatten wir manchmal noch ein wenig Zeit in Kyoto herumzuschauen. Die Tempelanlagen schlossen aber meist schon vor 17 Uhr und um 19:30 Uhr war es schon recht dunkel, was die Erkundungstouren dann doch mehr auf die Straßen beschränkte.

Otsu & Kyoto

An einem Tag, an dem das Tagungsprogramm nicht viel Interessantes versprach, machten wir uns auf den Weg zum Biwaseemuseum. Es war ein wirklich schönes, modernes Museum mit Themen rund um den Biwasee. Es gab einen Audioguide in Englisch und viele interaktive Erkundungsmöglichkeiten. Leider waren die Beschreibungen an den Exponaten meist nur auf japanisch und der Audioguide lieferte nur sehr grundlegende Informationen. Trotzdem konnten wir uns ohne Probleme etliche Stunden im Museum aufhalten, welches auch eines der größten Süßwasseraquarien beherbergt.
Die Fischerei war und ist eine bedeutende Nutzung des Biwasees. Fische aller Größen und Arten werden mit sehr verschiedenen Methoden gefangen, von Reusen über Netze bis hin zu komplizierten Fangapparaten.
Einen besonderen Stellenwert unter den Fischen nimmt der Wels, Namazu genannt, in der japanischen Mythologie ein. Es gibt zahlreiche Geschichten um den Wels und anscheinend soll er auch für Erdbeben verantwortlich sein. Außerdem gibt es auch eine große, nur im Biwasee vorkommende Welsart: Silurus biwaensis.
Ich möchte aber auch noch erwähnen, dass die aus Nordamerika eingeführten Fischarten wie der Forellenbarsch (Large mouth bass) oder der Blaue Sonnenbarsch (Bluegill), der einheimischen Fischfauna extreme Probleme bereiten. Die gefräßigen invasiven Barsche fressen die Jungfische der einheimischen Fische. Deshalb gehen die einheimischen Fischarten in ihrer Zahl zurück und die eingeführten Arten dominieren. Im Biwaseemuseum befindet sich deshalb auch eine Aufzuchtstation für einheimische Arten, welche von dort wieder verstärkt angesiedelt werden sollen.

Biwasee Museum

Mittwoch, 1. August 2012

Unterwegs zu Kyotos berühmtesten Tempeln

08.07.12
Ein japanischer Kollege von mir, Megumu, den ich auf früheren Konferenzen kennengelernt habe, hatte mir im Vorfeld eine Sightseeingtour angeboten. Wir waren für den heutigen Sonntag verabredet und es schlossen sich uns noch zwei meiner ehemaligen Kollegen von Potsdam, eine Kollegin von Barbara, sowie zwei Kollegen von Megumu an. Unsere japanischen Kollegen wollten uns ein paar der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Kyoto zeigen. Kyoto ist berühmt für seine historischen Tempelanlagen. Als erstes besuchten wir den Kiyomizu-dera Tempel im Ostteil der Stadt. Im inneren des Tempelkomplexes befindet sich ein kleiner Wasserfall. Dort kann man auch Wasser für die traditionelle Reinigung, welche man vor Betretung eines Tempels vollführen sollte, schöpfen. Bekannter ist die große Terrasse der Haupthalle, von der man einen großartigen Blick auf Kyoto hat. Früher haben sich dort Leute heruntergestürzt, da es hieß, dass sich dann alle Wünsche erfüllen würden. Viele haben die Sprünge aber überlebt (siehe wikipedia für mehr infos).

Danach fuhren wir zum Kinkaku-ji, auch bekannt als der 'Goldene Pavillon'. Der Goldene Pavillon ist deshalb so berühmt, da seine oberen Stockwerke komplett mit Blattgold überzogen sind. Die Tempelanlage, in dem sich der Goldene Pavillon befindet hat auch einen recht großen und schönen Garten. In diesem befinden sich etliche Plätze, bei denen Leute versuchen Münzen in Schalen zu werfen. Vielleicht eine buddhistische Variante die Götter zu besänftigen oder einfach nur Glücksbringer? Egal, ich schmeiß mein Geld jedenfalls nicht in Teiche und schon gar nicht 'neben' Schüsseln auf einer Wiese.

Nach der Besichtigung des Goldenen Pavillons verließen wir Kyoto und fuhren mit einer Art S-Bahn 10 min in den Ort Otsu, gelegen am Biwasee (auf den See wird noch in folgenden Blogeinträgen näher eingegangen). In Otsu befand sich die Tagungsgebäude der ASLO-Konferenz. Am heutigen Sonntag war die Eröffnungsveranstaltung mit Begrüßungsreden und anschließendem Unterhaltungsprogramm mit japanischem Trommeln (Taiko) und Sakefaß-'Anzapfen' (siehe Fotos).
Zurück in Kyoto konnten wir am Hauptbahnhof noch eine kleine Licht-Wasserfontänen-Show untermalt mit weltbekannten Musikstücken bewundern. Diese findet im Dunkeln statt, was hier mit 19:30 Uhr schon recht früh der Fall war.

Kyoto, Otsu & Tagung

Sonntag, 29. Juli 2012

Erkundung von Kyotos Innenstadt

07.07.12
Das Hostel war sehr hellhörig. Trotzdem konnten wir die erste Nacht durchschlafen, wahrscheinlich weil wir von der langen Reise so erschöpft waren. Wir machten uns auf zum Kostümmuseum, welches sich in der Nähe unseres Hostels befand. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen der vielen Tempel (wahrscheinlich den Kosho-ji Tempel), welche sich über die Stadt verteilen. Kyoto ist anscheinend gut geeignet, wenn man noch einen Hauch des traditionellen Japans erleben möchte, aber dazu später mehr.
Im Kostümmuseum kann man wechselnde Ausstellungen nach bestimmten Themen oder Zeitaltern besichtigen. Die Themen werden anhand von Miniaturpuppen dargestellt. Das aktuelle Thema war eine Hochzeitsvorbereitung einer bestimmten Epoche, bei der ein Shogun verheiratet werden sollte. In einem weiteren Raum konnte man auch die alten Gewänder anprobieren, was Barbara auch tat.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Nishiki-Markt, passierten wir einen weiteren Tempel im Herzen Kyotos, den Bukko-ji Tempel (Temple of the Buddha Light). In diesem Tempel befand sich kaum jemand. Wie wir später erfahren sollten, konzentriert sich der Touristenstrom auf bestimmte Hauptsehenswürdigkeiten. Zum Beispiel auf dem Nishiki-Markt, einer überdachten Marktstrasse, in deren Shops man alle erdenklichen kulinarischen Sachen ausprobieren kann. Bei den meisten Snacks oder Gerichten kann man aber nicht erkennen, um was es sich handelt und die häufig nur japanischen Beschreibungen helfen auch nicht wirklich weiter. Da hilft nur probieren und hoffen, dass es einem schmeckt...
Danach kamen wir zum Kamo, der Fluss, der Kyoto durchfließt. Dort gab es viele Terrassen von angrenzenden Restaurants und Leute die sich am Fluss von den hektischen Einkaufstrassen entspannten (so wie wir).

Kyoto II

Nach einer Verschnaufpause am Fluss wollten wir uns noch die Nijo-Burg anschauen, aber diese war um 17 Uhr schon geschlossen. Stattdessen gingen wir durch einen in der Nähe gelegenen sehr schönen Garten (Shinsen-en Garten). Im Garten befand sich auch ein für Japan typischer Teich voll mit Karpfen und Koi-Karpfen. In der Nähe eines kleinen Schreins befand sich ein Rahmen an dem viele kleine weiße zusammengefaltete Zettel angebunden waren. Bei diesen handelt es sich um Omikuji, Schicksalszettel, auf denen Wahrsagungen geschrieben sind. Handelt es sich um schlechte Wahrsagungen, dann binden die Leute die Zettel einfach in der Nähe des Schreins oder Tempels an, lassen diese also zurück. Ist die Wahrsagung gut, dann wird der Omikuji behalten.
Nach einer weiteren überfüllten überdachten Einkaufstrasse suchten wir uns ein Restaurant und aßen Okonomiyaki, ein traditionelles japanisches Gericht. Dabei handelt es sich um auf einer Eisenplatte gebratenen Gemüsemix, verfeinert wahlweise mit Käse, Fleisch oder Fisch (mehr infos auf wiki).
Auf dem Weg zurück zum Hostel kamen wir noch an einem der zahlreichen Pachinko-Spielhallen vorbei. In diesen würde ich es keine 5 Minuten aushalten, da der Geräuschpegel zwischen einem Düsenflugzeug und einer Metallverarbeitungsfabrik schwankt. Es ist wirklich unangenehm laut dort drin und ich hab keine Ahnung, was die Japaner daran toll finden können.

Ankunftstag in Kyoto

06.07.12
Nach einer gefühlt unendlich langen Reise [ca. 2 h mit Bus von Kiel nach Hamburg Flughafen -> 2 Stunden am Flughafen -> 1,5 h Flug nach Paris -> 2 h am Flughafen -> 11 h Flug nach Osaka (Japan) -> 2 h Zugfahrt nach Kyoto] kamen wir endlich um ca. 11 Uhr Ortszeit am Hauptbahnhof in Kyoto an. Der check-in in unserem Hostel war erst ab 16 Uhr möglich. Während des langen Fluges schauten wir uns aktuelle Kinofilme an, kamen aber kaum zum Schlafen. Dementsprechend müde verstauten wir unser Gepäck im Schließfach und machten uns auf in die Stadt.Das Klima war sehr warm und extrem schwül. Da in Japan gerade Regenzeit herrschte, war es nicht verwunderlich, dass es ab und zu mal regnete. Die Japaner hatten deshalb auch immer einen Regenschirm dabei.

Als erstes schauten wir uns den To-ji Tempel (Ost-Tempel) an, welcher unweit vom Hauptbahnhof und unserem Hostel lag. In einer Halle des To-ji befanden sich einige beeindruckende Buddhismus-Statuen. Leider darf man diese, wie in fast allen Tempeln, nicht fotografieren. Deshalb werdet ihr in den Fotos auch leider kaum Fotos der wirklich prächtigen Tempel-Statuen finden. Der To-ji Tempel beherbergt mit 57 Metern auch die größte Pagode von ganz Japan in seinem Garten.
Danach schauten wir uns einen Freizeitpark, den Umekoji Park an. Leider sind die Fotos davon abhanden gekommen, aber ein paar Impressionen kann man auf folgender Webseite bekommen:

Kyoto I

Schließlich fanden wir uns mit unserem Gepäck im Tomato-Hostel ein. Die Räumlichkeiten des Hostels waren kleiner als Gedacht. Die Küche war ziemlich klein und der Gemeinschaftsraum eigentlich nur ein umfunktioniertes normales Zimmer. In unserem Raum befand sich außer den traditionellen Bambusmatten nur ein Schrank und ein Doppelstockbett. Stühle und Tische, Fehlanzeige. Das hieß, immer auf dem Boden sitzen und essen. Nichts für mich, da mir die Knochen nach einer Weile wehtaten. Dafür war die Unterkunft mit ca. 30 EUR pro Person und Nacht für Kyoto ziemlich preiswert.

Japan: Kyoto - Biwa-See

Ein paar Informationen zur Japanreise vorab:
Der Grund der Reise nach Japan war natürlich vorrangig beruflicher Natur. In der Nähe von Kyoto fand die jährliche Konferenz der Association for the Sciences of Limnology and Oceanography, kurz: ASLO, statt. Ich hielt dort einen 15-minütigen Vortrag über meine letzten Forschungsergebnisse in Potsdam. Des weiteren hört man sich auf solch einer Konferenz eine Menge Vorträge von anderen Wissenschaftlern an und diskutiert die aktuelle Forschung mit Kollegen des eigenen Fachgebiets. Barbara hielt auch einen Vortrag auf der ASLO-Konferenz. Die Konferenz fand im Ort Otsu statt, gelegen am größten Binnensee Japans, dem Biwa-See. Wir kamen ein paar Tage vorm Konferenzbeginn in Kyoto an und blieben danach noch ein paar Tage um uns die alte Kaiserstadt genauer anzuschauen.

Spanien: Barcelona

Januar 2012

kommt, wenn ich mal Zeit hab...

Ungarn: Györ - Höhlen - Eger - Örsegi

Dezember 2011

kommt, wenn ich mal Zeit hab...

Spanien: Ibiza - Formentera

August 2011

kommt, wenn ich Zeit hab...