Samstag, 4. August 2012

Während der Konferenz

09.-12.07.12
Im Tagungsgebäude konnte man während der Konferenz an einer Teezeremonie und einem 'Flower arrangement' (Anfertigung eines Blumengestecks) teilnehmen. Barbara und ich nahmen an der Teezeremonie teil, bei der man Grünen Tee auf besondere Weise zubereitet in speziellen Bechern gereicht bekam. Die Blätter des grünen Tees wurden vorgemahlen als Pulver vor unseren Augen mit heißem Wasser und einer Art kleinen Schneebesen aus Bambus zu einem sämigen grünen Getränk verrührt. Der Tee schmeckte recht stark, war aber sehr belebend. Am Ende bekamen wir noch ein kleines typisch japanisches Dessert, bei dem es sich um sehr süßes festes Gelee mit süßem Bohnenmus handelte. Die Teezeremonie läuft nach mehr oder weniger strikten Regeln bzw. Bewegungsabläufen ab und es wird sich oft verneigt. Generell nimmt das Verneigen in der japanischen Kultur einen hohen Stellenwert ein. Barbara nahm dann noch am Flower arrangement teil und fertigte ein wirklich hübsches Blumengesteck an, welches unser eher trostloses Hostelzimmer um die letzten Tage verschönern sollte.
Ich hatte meinen 12-minüten Vortrag am Dienstagmorgen und war in einer extrem schlechten physischen Verfassung, da mich in der Nacht ein Migräneanfall gegen 3 Uhr aus dem Schlaf riss. Auch 2 Paracetamol halfen nicht viel, und ich kämpfte mich mit Übelkeit und Kopfschmerzen bis zum Morgen. Der Vortrag lief dann wohl eher bescheiden, was schade war, da viele bekannte Wissenschaftler anwesend waren und ich eigentlich eine gute Performance bieten wollte. Barbara hatte ihren Vortrag am Mittwoch.
Nach der Tagung hatten wir manchmal noch ein wenig Zeit in Kyoto herumzuschauen. Die Tempelanlagen schlossen aber meist schon vor 17 Uhr und um 19:30 Uhr war es schon recht dunkel, was die Erkundungstouren dann doch mehr auf die Straßen beschränkte.

Otsu & Kyoto

An einem Tag, an dem das Tagungsprogramm nicht viel Interessantes versprach, machten wir uns auf den Weg zum Biwaseemuseum. Es war ein wirklich schönes, modernes Museum mit Themen rund um den Biwasee. Es gab einen Audioguide in Englisch und viele interaktive Erkundungsmöglichkeiten. Leider waren die Beschreibungen an den Exponaten meist nur auf japanisch und der Audioguide lieferte nur sehr grundlegende Informationen. Trotzdem konnten wir uns ohne Probleme etliche Stunden im Museum aufhalten, welches auch eines der größten Süßwasseraquarien beherbergt.
Die Fischerei war und ist eine bedeutende Nutzung des Biwasees. Fische aller Größen und Arten werden mit sehr verschiedenen Methoden gefangen, von Reusen über Netze bis hin zu komplizierten Fangapparaten.
Einen besonderen Stellenwert unter den Fischen nimmt der Wels, Namazu genannt, in der japanischen Mythologie ein. Es gibt zahlreiche Geschichten um den Wels und anscheinend soll er auch für Erdbeben verantwortlich sein. Außerdem gibt es auch eine große, nur im Biwasee vorkommende Welsart: Silurus biwaensis.
Ich möchte aber auch noch erwähnen, dass die aus Nordamerika eingeführten Fischarten wie der Forellenbarsch (Large mouth bass) oder der Blaue Sonnenbarsch (Bluegill), der einheimischen Fischfauna extreme Probleme bereiten. Die gefräßigen invasiven Barsche fressen die Jungfische der einheimischen Fische. Deshalb gehen die einheimischen Fischarten in ihrer Zahl zurück und die eingeführten Arten dominieren. Im Biwaseemuseum befindet sich deshalb auch eine Aufzuchtstation für einheimische Arten, welche von dort wieder verstärkt angesiedelt werden sollen.

Biwasee Museum

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