17.07.12
Am Nachmittag unseres letzten Tages sollte der Hauptumzug des GION-Festivals stattfinden. Somit war genug Zeit, davor noch andere Sachen anzuschauen. Wir begannen mit dem internationalen Mangamuseum, welches über 200.000 Gegenstände, zumeist Hefte & Bücher, in seinen Sammlungen besitzt. Die Hauptausstellungshalle mit dem geschichtlichen Verlauf der Mangas (jap. Comichefte) und allem möglichen Wissenswertem ist recht sehenswert. Ansonsten gibt es neben ein paar Mangas in anderen Sprachen, eben eine Unmenge an Manga-Heften auf Japanisch zu bestaunen.
Danach gingen wir zur Burg Nijo (Bauphase 1601-1626), welche ehemaliger Sitz der Tokugawa Shoguns war. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Wagenumzug des GION-Festivals. Etliche sehr hochgebaute Wagen (Yamaboko), auf denen ca. 20 Personen saßen, wurden von ca. 50 Leuten mit Seilen durch die Straßen gezogen. Die Personen auf dem Wagen machten mit an Seilen befestigten Glocken Musik und ganz vorn auf dem Wagen waren zwei Personen, welche eine künstlerische Darbietung zeigten und von Zeit zu Zeit Kommandos an die ziehenden Personen gaben. Irgendwie ist das Ganze schwer zu beschreiben, muss man wahrscheinlich einfach mal selbst gesehen haben. Zur Richtungsänderung mussten die Wagen auf angefeuchteten Bambusstreifen von etlichen Leuten verschoben werden, was je nach Erfahrung der Leute unterschiedlich lange dauerte. Wir schauten uns dieses Spektakel eine Weile an und gingen dann schließlich zur Burg, welche nur bis 16 Uhr geöffnet war. Das Burggelände war umgeben von einem Wassergraben und einer dicken Mauer. Innerhalb des Burggeländes befanden sich mehrere Gebäudekomplexe. Das größte Gebäude war die Residenz des Shoguns, der Ninomaru-Palast, dessen Räume man sich anschauen, aber nicht fotografieren durfte. Besonders interessant waren die Nachtigall-Fussböden um die privaten Gemächer des Shoguns, welche so gebaut wurden, dass sie wie Vogelstimmen quietschten, wenn man sich auf ihnen bewegte. Auf diese Weise sollten hinterhältige Überfälle von Meuchelmördern bemerkt werden, quasi wie eine historische Alarmanlage.
Danach fuhren wir zum Yasaka-Schrein. Von dort begann der Hauptumzug des GION-Festivals, die Mikoshi-Parade. Der Umzug bestand aus mehreren Prozessionen, dessen Bedeutung ich nur erahnen konnte. Besonders beeindruckend waren die tragbaren Schreine (Mikoshi), nach denen der Umzug benannt ist und welche von etlichen Leuten auf den Schultern getragen wurden. Dabei hüpften die Träger (mit dem Schrein) zu einem rhythmischen „haifa, haifa“ Gesang. Der Mikoshi und dessen Träger waren noch von mehr als 50 anderen in weiß gekleideten Personen umgeben, welche die Träger anscheinend ablösen wollten. Beeindruckend waren auch die Massen an Zuschauern, welche sich zu beiden Seiten der Straße drängten.
Zufrieden mit den letzten kulturellen Eindrücken eines wirklich faszinierenden Landes konnten wir am nächsten Morgen die lange Heimreise nach Deutschland antreten.
![]() |
| Mangamuseum / Burg / GION-Festival |







