14.07.12
Am Samstag
fuhren wir wirklich zeitig nach Otsu, um von dort an einer von der
Tagung organisierten Exkursion am Biwasee teilzunehmen. Mit dem Bus
und ca. 15 anderen Exkursionsteilnehmern fuhren wir zunächst nach
Takashima, zum nördlichen Teil des Sees. Dort sahen wir uns ein noch
relativ traditionell gebliebenes, man könnte auch böse sagen,
rückständiges Dorf an. Die 'professionelle' Reisebegleiterin sprach
nur japanisch und unsere zwei Begleiterinnen vom Konferenz-Hilfsteam
versuchten das Gesagte in sehr gebrochenem Englisch zu übersetzen.
In dem alten Dorf führte uns ein älterer Herr herum, welcher uns
etliche Sachen (auf japanisch) erklärte. Bei der Übersetzung gingen
dann wohl einige Sachen verloren sich die zwei Begleiterinnen von der
Konferenz wirklich Mühe gaben.
Danach
war ein Besuch der Chikubushima-Insel
geplant. Die Insel erreichten wir mit einer Fähre, auf der wir
unsere Bento-Box zum Mittag genossen. Auf der Fähre stellte sich
auch unsere neue Führerin, Maki, vor. Maki war schon überall auf
der Welt unterwegs gewesen und wusste die Begrüßungen in fast allen
Sprachen der Anwesenden. Auch in Japan lebt sie mit ihren zwei
Pferden eine nomadische Art, zieht umher und schläft draußen. Als
wir die Insel erreichten, fielen uns die Unmengen an Reihern in den
Bäumen auf. Später erfuhren wir von Maki, dass vor nicht allzu
langer Zeit der Kot der Vögel alle Bäume hat eingehen lassen. Erst
nachdem man alle Vögel vertrieben bzw. getötet hatte, war ein
Waldwachstum wieder möglich. Auf der kleinen Insel gibt es den
Tuskubusuma Jinja-Schrein und den Hogonji
Tempel zu besichtigen. Niemand lebt dort und auch die Shop-Besitzer
verlassen die Insel am Abend. Maki erklärte uns viele Sachen der
regionalen Religion, Kultur und Mythologie. Wir hatten nicht viel
Zeit auf der Insel und nahmen die letzte Fähre zurück zum Festland
wo der Bus schon auf uns wartete.
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| Takashima / Chikubu-Insel / Harie-District |
Dann
fuhren wir zu unserer letzten Station, dem Harieno Shozu (Quellwasser) Distrikt. Dort wartete ein lokaler Guide auf
uns, da man diesen Distrikt nur mit Führung besichtigen darf. Maki
übersetzte seine Erklärungen ins Englische. Der Harie-Distrikt ist
aufgrund der dort typischen Kabatas bekannt. Bei einer Kabata handelt
es sich um einen kleinen Schuppen in dem sich eine Wasserquelle und
etliche Becken befinden. Das Quellwasser wird als Trinkwasser benutzt
und in einem kleinen Becken, dem Tsuboike aufgefangen. In einem
großen Becken (Hataike), in dem sich immer große Karpfen befinden,
wird oft das Geschirr gespült. Die Karpfen ernähren sich von den
organischen Überresten der Mahlzeiten, werden aber gewöhnlich
selbst nicht verspeist, da sie den Stellenwert von Haustieren
besitzen. Ursprünglich hielt man die Karpfen als Reserve für
schlechte Zeiten. Oft wird Gemüse in den Quellbecken frisch gehalten
und manchmal halten sie auch Goldfische im großen Becken getrennt
von den Karpfen. In einem Becken sahen wir auch einen
Riesensalamander
(Oosanshouo genannt), der verletzt dort aufgenommen wurde. Der
japanische Riesensalamander ist streng geschützt und kann bis zu 1,5
m lang und 20kg schwer werden. Die Kabatas können im Innenraum sehr
unterschiedlich aussehen und einige Bewohner zeigen die Hütten stolz
den Touristen. Im Harie-Distrikt kann man viele interessante Details
entdecken und ist definitiv einen Besuch wert.

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