Samstag, 18. August 2012

Exkursion rund um den Biwasee

14.07.12
Am Samstag fuhren wir wirklich zeitig nach Otsu, um von dort an einer von der Tagung organisierten Exkursion am Biwasee teilzunehmen. Mit dem Bus und ca. 15 anderen Exkursionsteilnehmern fuhren wir zunächst nach Takashima, zum nördlichen Teil des Sees. Dort sahen wir uns ein noch relativ traditionell gebliebenes, man könnte auch böse sagen, rückständiges Dorf an. Die 'professionelle' Reisebegleiterin sprach nur japanisch und unsere zwei Begleiterinnen vom Konferenz-Hilfsteam versuchten das Gesagte in sehr gebrochenem Englisch zu übersetzen. In dem alten Dorf führte uns ein älterer Herr herum, welcher uns etliche Sachen (auf japanisch) erklärte. Bei der Übersetzung gingen dann wohl einige Sachen verloren sich die zwei Begleiterinnen von der Konferenz wirklich Mühe gaben.
Danach war ein Besuch der Chikubushima-Insel geplant. Die Insel erreichten wir mit einer Fähre, auf der wir unsere Bento-Box zum Mittag genossen. Auf der Fähre stellte sich auch unsere neue Führerin, Maki, vor. Maki war schon überall auf der Welt unterwegs gewesen und wusste die Begrüßungen in fast allen Sprachen der Anwesenden. Auch in Japan lebt sie mit ihren zwei Pferden eine nomadische Art, zieht umher und schläft draußen. Als wir die Insel erreichten, fielen uns die Unmengen an Reihern in den Bäumen auf. Später erfuhren wir von Maki, dass vor nicht allzu langer Zeit der Kot der Vögel alle Bäume hat eingehen lassen. Erst nachdem man alle Vögel vertrieben bzw. getötet hatte, war ein Waldwachstum wieder möglich. Auf der kleinen Insel gibt es den Tuskubusuma Jinja-Schrein und den Hogonji Tempel zu besichtigen. Niemand lebt dort und auch die Shop-Besitzer verlassen die Insel am Abend. Maki erklärte uns viele Sachen der regionalen Religion, Kultur und Mythologie. Wir hatten nicht viel Zeit auf der Insel und nahmen die letzte Fähre zurück zum Festland wo der Bus schon auf uns wartete.

Takashima / Chikubu-Insel / Harie-District

Dann fuhren wir zu unserer letzten Station, dem Harieno Shozu (Quellwasser) Distrikt. Dort wartete ein lokaler Guide auf uns, da man diesen Distrikt nur mit Führung besichtigen darf. Maki übersetzte seine Erklärungen ins Englische. Der Harie-Distrikt ist aufgrund der dort typischen Kabatas bekannt. Bei einer Kabata handelt es sich um einen kleinen Schuppen in dem sich eine Wasserquelle und etliche Becken befinden. Das Quellwasser wird als Trinkwasser benutzt und in einem kleinen Becken, dem Tsuboike aufgefangen. In einem großen Becken (Hataike), in dem sich immer große Karpfen befinden, wird oft das Geschirr gespült. Die Karpfen ernähren sich von den organischen Überresten der Mahlzeiten, werden aber gewöhnlich selbst nicht verspeist, da sie den Stellenwert von Haustieren besitzen. Ursprünglich hielt man die Karpfen als Reserve für schlechte Zeiten. Oft wird Gemüse in den Quellbecken frisch gehalten und manchmal halten sie auch Goldfische im großen Becken getrennt von den Karpfen. In einem Becken sahen wir auch einen Riesensalamander (Oosanshouo genannt), der verletzt dort aufgenommen wurde. Der japanische Riesensalamander ist streng geschützt und kann bis zu 1,5 m lang und 20kg schwer werden. Die Kabatas können im Innenraum sehr unterschiedlich aussehen und einige Bewohner zeigen die Hütten stolz den Touristen. Im Harie-Distrikt kann man viele interessante Details entdecken und ist definitiv einen Besuch wert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen