Donnerstag, 31. März 2011

Meine Erfahrungen soweit

Manche von euch wollen eventuell wissen, wie ich den ‚American Way of Life’ so empfinde oder wie die Amis so sind..
Nun ja, die Amis hier in Kalifornien sind meistens viel freundlicher und entspannter als die Leute bei uns. Nur auf dem Lande trifft man mal ab und zu ein ‚Cowgirl’, d.h. ältere, nicht so freundliche und zumeist wortkarge Frauen. Man kann sehr leicht einen Smalltalk für einige Minuten mit den Leuten auf der Strasse halten, da sie sehr aufgeschlossen und offen einem gegenüber sind. Am Anfang etwas ungewohnt ist die Begrüßung der Verkäufer in den Läden: „How are you?“. Man sollte ihnen schon zumindest mit einem „Fine!“ antworten, doch oft genügt nicht mal das und sie erwarten schon etwas mehr. Unser mürrischer deutscher Blick erntet nur Irritation und fördert eher Besorgnis bei den Verkäufern. Der Service ist hier in den Geschäften aber wirklich sehr gut.
Ansonsten ist hier alles immer noch stark auf Autos im Straßenverkehr zugeschnitten. Es gibt hier in Berkeley zwar sogenannte ‚Bike Boulevards’, Straßen mit Fahrradmarkierung und manchmal auch einer markierten Fahrradfahrspur (Bike Lane). Manchmal aber enden diese ‚Bike Lanes’ einfach abrupt und ich habe das Gefühl die ‚Bike Boulevards’ sollen die Fahrräder nur von den stärker befahrenen Straßen fernhalten. Zum größten Teil benutzen die Leute hier Rennfahrräder und nicht Mountainbikes. Trotz Fahrradschilder mit der Aufschrift ‚Share the Road’ nehmen die Autofahrer kaum Rücksicht auf die Fahrradfahrer. Auf die Fußgänger wird jedoch große, und für unsere Begriffe übertriebene, Rücksicht genommen. Sobald sich ein Fußgänger einem Fußgängerübergang (nicht an allen ist Haltepflicht) nähert, halten die meisten Autofahrer. Das können sich die Leute hier auch leisten, da kaum Fußgänger unterwegs sind. Oft sind wir die einzigen auf den Fußgängerwegen. Zu Fuß gehen ist nicht in hier, Joggen dafür umso mehr. Früh sehe ich viele Gesundheitsfanatiker mit mir die Straße entlanglaufen. Schwierig wird es nur, wenn man an einen Highway kommt. Zu Fuß ist es schwierig diese zu passieren, da oft keine geeigneten Wege existieren.
In Berkeley und San Francisco gibt es viele Restaurants unterschiedlicher Herkunftsländer, wobei indische Restaurants dominieren. Die Preise in den Restaurants sind oft sehr günstig, besonders im Vergleich zu den Lebensmitteln im Supermarkt, was Einen öfter dazu verleiten kann, ins Restaurant essen zu gehen anstatt selbst zu kochen. Ein Hauptgericht kann man oft schon für 6 Euro bekommen und Wasser oder Tee gibt es oft kostenlos dazu. Die Restaurants werden nicht nur von uns gut genutzt. In Deutschland sollte auch niemand über Lebensmittelpreise meckern. Bei all meinen Auslandreisen hab ich das Gefühl, als ob nirgends die Lebensmittelpreise im Verhältnis zum Einkommen so gering sind wie in Deutschland.
Was ein bisschen nervt, sind die permanenten Sicherheitshinweise auf alle möglichen Gefahren, auch wenn sie noch so trivial sind. Kein Wunder, dass man die ‚gewöhnlichen’ US-Amerikaner so leicht mit der Angst vor dem Terror lenken kann, wenn man von klein auf an jeder Ecke gesagt bekommt, dass man vorsichtig sein soll. Trotzdem sind die Leute aber sehr überzeugt von sich und von dem was sie tun, manchmal fürchte ich, mit nicht allzu viel in der Hinterhand. „Absolut kein Problem“ hört man hier fast immer und dann funktioniert es doch nicht reibungslos. Was mich persönlich aber am meisten stört ist der Umgang mit Zeitangaben. Wie oft man hier hört „just a minute“ (nur eine Minute) oder auf Wartezeiten von 5 bis 10 Minuten vertröstet wird, was am Ende leicht in 30 bis 45 Minuten enden kann. Was ich hier schon wegen nicht nachvollziehbaren Gründen gewartet hab! Manchmal kommen die Leute auch gar nicht und rufen den nächsten Tag an, dass sie es nicht mehr geschafft habe. Diese Unzuverlässigkeit ist echt hart für einen Deutschen.
Das bisher Geschriebene bezieht sich zumeist auf die Stadt. Auf dem Lande sieht das Leben dann wieder anders aus. Aber ich war noch nicht oft genug ‚draußen’, um das Leben auf dem Land zu beschreiben. Das kommt dann ein anderes Mal.

Albany Dump

28.03.11
Am Montagnachmittag fuhren Barbara und ich mit dem Fahrrad zum Albany Dump, einem Gebiet auf einer Halbinsel, welche durch Schutt- und Müllaufhäufung bis 1984 künstlich in der Bucht entstanden ist.
Im Albany Dump kann man die Spuren des Mülls & Schutts noch gut durch die Pflanzendecke erkennen. Überall liegen Betonstücke herum und es ragen Metallstäbe aus dem Boden. In dem Gebiet sollen bis zu 60 Leute leben. Einige der Zelt- und Hüttenähnlichen Behausungen, gebaut aus dem vorhandenen Müll, haben wir gesehen. Die Leute haben das Gebiet an etlichen Stellen auch künstlerisch sehr interessant gestaltet.

Albany Dump

Highway No.1 & Avenue of the Giants

27.03.11
Am Sonntag fuhren wir mit dem Mietauto den Highway 1 an der Küste entlang Richtung Norden. Durch das zum Teil stark bergige Terrain war die Straße so was von kurvig, dass einem manchmal schlecht werden konnte. Zum Glück hatte ich einen recht spritzigen Mitsubishi gemietet, der gut auf der Strasse lag und sich gut handhaben ließ. Es ging durch grüne, mit Bäumen bewachsene Täler, an Klippen vorbei und über Flüsse. Leider regnete es die meiste Zeit, aber die letzten 10 Minuten von der 6-stündigen Fahrt an der Küste kam dann doch noch mal die Sonne raus. Durch den Regen weichte der Erdboden auf, was dazu führen konnte, dass Teile der Straße wegbrachen (war auch der Grund, warum wir auf der Rücktour von Death Valley nicht an der Küste entlangfahren konnten). Wir kamen auch an eine Stelle, wo ein kleiner Teil der Straße weggebrochen und in die Schlucht gestürzt war und mussten dort warten, bis die Straßenarbeiter die Stelle provisorisch befestigt hatten. Hier ist was los! Man stelle sich vor, man kommt um die Kurve und ein Teil der Straße ist plötzlich weg. Dann geht’s nur noch etliche Meter abwärts in die Küste und das war’s. Aber man soll ja positiv denken...
Nach der Küstenfahrt mündete der Highway 1 nach einer ordentlichen Bergfahrt in den Highway 101. Diesem folgten wir gen Norden bis zur Avenue of the Giants, einer alternativen Nebenstraße des Highway 101. Auf dieser Straße stehen sehr viele gewaltige Küstenmammutbäume, welche über 100 Meter hoch werden können! Wenn man in dem Wald umringt von den Giganten steht, fühlt man sich wirklich wie ein Winzling.

Highway #1 & Avenue of the Giants

Rest der Woche

24.-26.03.11
Viel konnte man den Rest der Woche nicht unternehmen, da es oft stürmte und regnete. Wir gingen ins Kino zu einem preisgekrönten argentinischen Film ‚Carancho’:
Der Film war recht hart und realistisch und mit einem wirklich überraschend guten Ende (kann ich ja leider nicht verraten).

Einen anderen Abend trafen wir uns mit Diana (die schwedische Doktorandin kolumbianischer Herkunft) und ihrem Mann Jens, welcher einen Tag zuvor aus Schweden angereist war, in einem Restaurant. Wir hatten alle möglichen Gesprächsthemen, aber die USA und Vergleiche zu den Heimatländern dominierten den Abend.

Barbara hat mir zuvor die Haare geschnitten, bzw. gekürzt. Bei der Angelegenheit kam ich ganz schön ins Schwitzen. Sie begann an einer Seite mit der richtigen Länge und als sie an der anderen Seite ankam, war diese viel kürzer. Da blieb natürlich nur eine Möglichkeit, die Seite mit der richtigen Länge weiter zu kürzen. Das Resultat war am Ende dann doch ganz zufriedenstellend. Nur sind meine Haare jetzt kürzer als beabsichtigt. Zum Glück kann ich aber noch einen Zopf machen.

Freitag, 25. März 2011

San Francisco IV - Golden Gate Bridge

23.03.11
Am Mittwoch ging es mal wieder nach San Francisco. Barbara wollte spezielle Kosmetikartikel kaufen, welche es dort in einem Shop gab. Danach wollten wir eigentlich in ein Museum gehen, da schlechtes Wetter angesagt wurde. Da jedoch aktuell die Sonne schien, entschieden wir uns, die Golden Gate Bridge zu besichtigen. Die Brücke ist die meiste Zeit des Jahres in einen Dunstschleier gehüllt. Im Winter und Frühjahr hat man jedoch gute Chancen die Brücke im Ganzen zu sehen. Die Brücke war größer als man von weitem erwartet hätte. Wir gingen ein Stück auf der Brücke entlang und kehrten ungefähr auf der Hälfte um, da der Wind unangenehm blies. Noch mehr störte mich der Highway mit den vielen Autos gleich neben dem Fußgängerweg.
Danach gingen wir den Küstenweg in der Golden Gate National Recreation Area (ehem. Militärgelände) entlang. In dem sehr großen Schutzgebiet können die Leute wandern, Rad fahren oder sich einfach erholen. Am Küstenweg gab es auch ein kleines Besucherzentrum zur Biologie der Küstenorganismen. Am Ende des Schutzgebietes (auch Presidio genannt) kamen wir zum Palace of the Fine Arts, einem Tempelgebäude, welches erst 1915 im Rahmen einer Weltausstellung gebaut wurde.

San Francisco IV

Am Abend gingen wir erneut zur Ashby Stage ins Theater. Das Musical-Stück ‚Beardo’ war eine recht eigentümliche musikalische Interpretation von Rasputins Leben. Rasputin wurde durch eine eher vulgäre Cowboyfigur verkörpert, was nicht so ganz authentisch rüberkam.


Snowboarden im Sugar Bowl Resort

22.03.11
Am Dienstag nahm uns Neo spontan mit in das Sugar Bowl Resort, ein Skigebiet in der Nähe des Lake Tahoe nur 3 Autostunden von San Francisco entfernt.
Neo borgte uns die nötige Skikleidung. Barbara war noch nie im Wintersport und wollte gleich Snowboard ausprobieren. Da ich auch kein Snowboard fahren kann und wir somit auf einem ähnlichen Beginnerlevel sind, machte ich mit. Im Skipass (halber Tag 57 Dollar) war das Ausleihen des Snowboards, der Schuhe, sowie die Teilnahme an einem Basiskurs inklusive. Wir gingen auch gleich zu einem Schild auf dem Level 1 stand. Wir waren eine Vierergruppe mit zwei Lehrern. Nach ersten kurzen Einweisungen und Fallübungen ging es auch gleich mit dem Lift auf den Berg. Unser Lehrer Scott konnte echt gut erklären und so hatten wir den Dreh, zumindest in der Theorie, schnell raus. Ich sag nur, so oft bin ich mit Skiern noch nie hingefallen! Nach 2 Stunden Intensivkurs waren die Kräfte auch ziemlich am Ende. Wir machten eine kurze Pause und fuhren noch 2 Mal die seichte Schulpiste hinab. Danach ging es auch schon zurück nach Berkeley.

Skigebiet

Weg zurück nach Berkeley

20.03.11
Auf dem Rückweg nach Berkeley fuhren wir wieder durch das Tal des Sequoia National Forest wie schon bei der Hintour. Der Unterschied war nur, dass es diesmal fast schneite. Die Gegend war mit Schnee bedeckt und Räumfahrzeuge streuten Salz und Sand. Das Autothermometer zeigte ca. 2°C an. Mensch und ich dachte noch, in Kalifornien sei es warm. In Bakersfield, eine recht große Stadt in der es aber laut Baedeker-Reiseführer nichts zu sehen gibt, aßen wir Mittag. Danach wollten wir den Highway #1 entlang der Küste nehmen. Es regnete stark und wir hofften an der Küste dem Regen zu entgehen. Nach ca. 5 Stunden Fahrt durch Agrarlandschaft und Weinanbaugebiete an der Küste angekommen, mussten wir leider feststellen, dass der Highway #1 auf ca. 80 km Länge gesperrt war. Später erfuhr ich, dass ein großes Stück des Highways abgesackt und in das Meer gestürzt ist. Wir mussten einen Stunde zurück ins Landesinnere zu einem anderen Highway Richtung Norden fahren. Das funktioniert hier echt anders als im dicht besiedelten Deutschland. Hier gibt es keine Umgehungsstraßen. Stundenlang fahren ist hier ebenso normal. Was für ein riesiges Land!

Sequoia National Forest & Küste

Death Valley

19.03.11
Der Morgen in Lone Pine war herrlich klar, aber auch kalt und windig. Nach dem Auschecken machten wir uns auf den Weg ins Death Valley. Zuvor mussten wir aber erst ein anderes Tal, das Panamint Valley, durchqueren. Schon die Fahrt durch die Berge war beeindruckend und ich war gespannt auf das Death Valley.
Nach ca. 3 Stunden Fahrt kamen wir dort an, bezahlten unseren Eintritt in einem kleinen Besucherzentrum beim Ort Stovepipe Wells. Ganz in der Nähe war auch schon der erste Besuchermagnet, ein relativ großes Gebiet mit Sanddünen. Wir zogen unsere Schuhe aus und gingen in dieses Gebiet. Natürlich wollte ich die größte der Dünen besteigen. Die Temperatur war recht warm im Death Valley, aber der Wind war beträchtlich und bließ die Wärme aus dem Körper. Dabei liest man immer nur von dem extrem heißen Death Valley. Das mag ja vielleicht im Sommer zutreffen, aber zu unserer Besuchszeit war ich mit einem Pullover und einer Jacke recht gut bedient.
Nach den Sanddünen kamen wir an einem Besucherpfad durch ein Salzgewässergebiet (Salt Creek Trail) vorbei. Dort konnte man zu dieser Zeit die Paarung eines kleinen, an das extrem salzhaltige Wasser angepassten, Fisches (Pupfish) in einem Bach beobachten. An dem Holzstegpfad waren Informationstafeln über den Lebenzyklus des kleinen Fisches angebracht. Und das gute war, dass man das dargestellte Verhalten des Fisches auch tatsächlich an Ort und Stelle beobachten konnte.
Danach fuhren wir zum Hauptbesucherzentrum in Furnace Creek, um dort etwas zu essen. Wir entschieden uns für ein recht teures, aber recht schlecht schmeckendes Sandwich, um nicht viel Zeit zu verlieren.
Als nächstes machten wir eine kleine Wanderung im Golden Canyon, ein recht kleiner Canyon deren Schlucht zum großen Teil mit gelblichen Hängen umgeben ist. Es war schon beeindruckend, da es hinter jeder Ecke etwas Neues zu sehen gab. Verschiedene Felsformationen in verschiedenen Farben, kleine Seitenschluchten und am Ende eine rote ‚Felsorgel’.
Nach einer Stunde waren wir wieder zurück und fuhren als nächstes zum Devils Golf Course, einem wirklich schwer zu beschreibenden Naturphänomen. Weiträumig sehr eben, ist es auf kleiner räumlicher Skala sehr uneben. Salzkristalle bilden zusammen mit dem Boden unwirtliche, scharfkantige Erhebungen. Der Name stammt von einem Spruch des Entdeckers, der sinngemäß ungefähr folgendes besagt: „Nicht einmal der Teufel würde auf solch einem Gelände Golf spielen!“. Dem kann ich nur zustimmen.
Danach fuhren wir zum Badwater Basin, dem niedrigsten Punkt in den USA mit ca. 86 Metern unter dem Meeresspiegel. Die ganze Ebene ist mit einer dicken Salzkruste überzogen. Man hatte das Gefühl, über einen zugefrorenen See zu laufen. Nur die Leute mit den Flipflops holten Einen wieder in die Realität zurück.
Wieder runter vom ‚Eis’ fuhren wir eine enge Einbahnstrasse durch ein malerisch schönes hügeliges Gelände. Die Hänge der Hügel hatten alle möglichen Farben von blau, grün, gelb, rot, orange bis braun. Den Höhepunkt auf dem Artists Drive war dann die Artists Palette, eine kondensierte Ansammlung besonders bunter Hügel.
Es war kurz vor Sonnenuntergang als wir am Zabriskie Point, einem sehr schönen Aussichtspunkt, ankamen. Man konnte weit ins Tal und auf eine Reihe bizarrer Hügelformationen schauen. Es war ein unwirkliches, surreales Bild, schwer zu beschreiben und auch die Fotos geben nicht die Weite und Größe wieder.
Als letztes fuhren wir mit dem Auto eine unbefestigte Strasse durch den Twenty Mule Team Canyon. Bei manchen Steigungen wünschte ich mir schon fast einen Jeep. Die untergehende Sonne bestrahlte die gelben Hügel so stark, dass man das Gefühl hatte auf pures Gold zu sehen.

Death Valley

Auf dem Weg nach Death Valley

18.03.11
Früh wurden wir von einem Mitarbeiter der Autovermietung abgeholt und zur Autovermietung gebracht. Ich reservierte diesmal bei einer entfernteren Filiale von ‚Enterprise Rent-A-Car’ ein Auto, da sie bei der Filiale um die Ecke 70 statt der üblichen 45 Dollar pro Tag anboten. Der Hol- und Bringservice ist kostenlos. Wir wurden von der ‚Economy’-class (kleinste Autovariante) zur ‚Business’-class upgegradet, da sie kein Economy-class Auto mehr hatten. Der Grund für die starke Nachfrage an Autos an diesem Wochenende ist wohl eine Woche ‚Spring Break’ (Frühlingsferien) der Universität. Viele Studenten mieteten sich ein Auto, um in die Natur zu fahren.
Auf ging es Richtung Death Valley, genauer gesagt zu unserer Unterkunft in Lone Pine, ein kleiner Ort ‚nur’ 2 Stunden Autofahrt vom Death Valley entfernt. Nähere Unterkünfte, beziehungsweise die Unterkünfte im Death Valley waren entweder ausgebucht oder zu teuer, da luxuriös. Die Fahrt führte durch beeindruckende Landschaft. Wir fuhren durch ein tief eingeschnittenes Tal des Sequoia National Forest and einem Lake Isabella vorbei und kamen in das Indian Wells Valley. Zur linken Seite säumten schneebedeckte Berge die Straße und zur Rechten erstreckte sich kilometerweit ein ausgetrockneter Salzsee (China Lake). Der Wind von den Bergen war so heftig im Tal, das Wohnmobilfahrer vom Befahren der Strasse abgeraten wurde. Das Auto wackelte auch relativ stark und ich musste mich ganz schön konzentrieren, um das Auto in der Spur zu halten. Plötzlich fühlte ich mich so klein und den Naturgewalten völlig ausgeliefert. Der Wind trieb auch das Salz des Salzsees in der Nähe von Lone Pine (Owens Lake) durch die Luft und das Tal versank in einen weißen Dunst als ob es irgendwo brennen würde.
Nach ca. 8 Stunden erreichten wir unser Historical Dow Hotel in Lone Pine. Nach dem Einchecken in unserer sehr preiswertes Zimmer (ca. 50 Dollar pro Übernachtung, umgerechnet ca. 18 Euro pro Person) gingen wir etwas essen. Die Restaurants in dem relativ kleinen Ort waren voll mit gestrandeten Leuten. Da es zwei Orte weiter nördlich einen starken Brand gab, dem auch etliche Häuser zum Opfer gefallen sind, konnten die Leute nicht weiterfahren, da dies die einzige Strasse Richtung Norden war. Viele der Reisenden suchten nun eine Unterkunft in Lone Pine. Zum Glück hatte ich unser Zimmer schon vorher reserviert.

Auf dem Weg nach Death Valley

Während der Woche

14.-17.03.11
Viel ist von Montag bis Donnerstag außer Arbeit nicht passiert. Der Donnerstag war jedoch der spannendste Tag. Barbara und ich holten eine Pizza und gingen damit zum McGee-Haus. Eine finnische Wissenschaftlerin (Cecilia Lundholm) kam mit ihrer Doktorandin Diana vorbei, da sie eventuell mit Neo kooperieren möchte. Wir lauschten gespannt den Gesprächen und Vorträgen. Diana (ursprünglich aus Kolumbien) interviewte im Rahmen ihrer Doktorarbeit finnische Fischer über deren Wissensstand über das Nahrungsnetz ihres befischten Sees. Sie bleibt noch zwei Wochen hier in Berkeley und wir wollen uns noch mit ihr treffen.
Dann passierte noch eine nicht so schöne Sache. Titi (unsere italienische Mitbewohnerin) zog überraschend aus. Sie musste vorher schon kurz die Wohnung verlassen und in einem Hostel unterkommen, da Ven (der Besitzer der Wohnung) von Los Angeles zurückkam und in seinem Zimmer schlafen wollte. Er bekam wohl Kopfschmerzen von einem unangenehmen Geruch in seinem Zimmer, vermeintlich verursacht durch Titi. Irgendwie musste es wohl zwischen den beiden dann mächtig gekracht haben und Titi wollte nicht mehr hier in der Wohnung bleiben. Ven gab ihr allerdings nicht die im Voraus gezahlte Miete zurück, da sie angeblich in seinem Zimmer geraucht und damit den Vertrag gebrochen hat. Sie erzählte mir das Ganze etwas aufgebracht im Flur, wo ich sie noch ein letztes Mal traf. Ven hatte mich zuvor gefragt, ob ich ebenfalls Zigarettengeruch in seinem Zimmer riechen würde. Ich verneinte und sagte ihm, dass ich nicht mitbekommen habe und auch nicht glaube, dass Titi geraucht hat. Die Aussagen der Beiden widersprachen sich etwas und ich glaube, dass Ven Titi zu Unrecht aus der Wohnung gedrängt hat. Wie dem auch sei, ich hoffe, dass wir nicht in eine ähnliche Situation geraten werden.

Dienstag, 15. März 2011

San Francisco III (mal wieder Regensonntag)

13.03.11
Den zweiten Tag am Wochenende brachen wir ebenfalls relativ spät nach San Francisco auf, da uns noch der recht laufintensive Tag zuvor etwas in den Knochen lag. Die BART (U-Bahn) brachte uns wie gewohnt verlässlich schnell von Berkeley nach San Francisco. Weiter ging es mit dem Bus bis zum Haight-Ashbury district, einem Stadtviertel wo im Jahre 1967 die Hippiebewegung den ‚Summer of Love’ ausrief. Entlang der Haight street gab es viele Geschäfte, die unter anderem ‚Hippie-Kleidung’ verkauften. Die Haight street endete am Golden Gate Park, unserem heutigen Reiseziel. Leider regnete es ab und zu, weshalb wir beschlossen erst einmal in die im Park liegende ‚California Academy of Science’ zu gehen. Satte 30 Dollar (ca. 21 EUR) kosten hier im Schnitt die Museen. Da wir allerdings ein Ticket des öffentlichen Personennahverkehrs vorzeigen konnten, bekamen wir 3 Dollar Rabatt (die Fahrt hatte nur 2 Dollar gekostet). In der Academy of Science gab es einen nachgestellten tropischen Regenwald zu bestaunen (ähnlich der Biosphäre in Potsdam). Im Erdgeschoss waren viele Aquarien, sehr schön thematisch angeordnet, zu sehen. Während wir uns gemütlich die Aquarien anschauten, kam eine Durchsage, dass die Academy in 30 Minuten schließen würde. Ein Blick auf meine Uhr sagte mir aber, dass wir noch 1,5 Stunden Zeit hätten. Also meinten die in der Ansage wohl etwas Anderes. Die Ansagen wurden wiederholt, nach 15 min, nach 5 Minuten. Langsam etwas skeptisch fragte ich Angestellte, ob denn die Academy nicht bis 17 Uhr geöffnet ist. Sie bejahten. Also hatten wir doch noch eine Stunde Zeit, da es auf meiner Uhr erst 16Uhr war. Da aber alle Leute die Academy verließen, fragte ich erneut einen Angestellten. Dieser sagte mir das es bereits 17 Uhr ist und ob ich an die Zeitumstellung gedacht hätte. Zeitumstellung? Nun ja, anscheinend war hier die Zeitumstellung in der Nacht vom 12. zum 13., super. Also mussten wir die Academy nach nur 1,5 Stunden verlassen und hatten natürlich noch nicht alles anschauen können. Danach konnten wir nicht mal den Park anschauen, da es heftig regnet und als im nächsten Bus mein Ticket am Entwerter nicht funktionierte, hatte ich die Nase voll. Ein bisschen aufmuntern konnte mich der Zufall. Wir fuhren mit derselben Busfahrerin und einer Person zurück, welche schon auf der Hintour im Bus gewesen war. San Francisco ist eben auch nur ein Dorf!

San Francisco III

San Francisco II

12.03.11
Früh war ich mal wieder eine Stunde joggen und nachdem Barbara mit dem Wäsche waschen und trocken fertig war, machten wir uns mit der BART (Express-U-Bahn) auf den Weg nach San Fransisco. Dort steuerten wir auf meinen Wunsch sogleich die Station des ‚Cable Car’ (die bekannten drahtseilgezogenen offenen Wagen) an der Market Street an. Dort war auch ein Umzug im Sinne des irischen Feiertags ‚St. Patrick’s Day’ zu sehen bei dem traditionell die Farbe grün dominierte. Außerdem konnte man sehr viele junge Leute, welche nicht unerheblich viel Alkohol konsumierten, mit grünen Mützen, Schals und Kleeblatt-T-shirts beobachten. Derweil mussten wir uns an eine relativ lange Schlange der Cable Car Station anstellen und nachdem wir ca. 30 Minuten gewartet und je 5 Dollar für die Fahrkarte bezahlt hatten, konnten wir endlich unseren Waggon besteigen. Das Cable Car brachte uns durch die zum Teil sehr steilen Straßen bis zur Küste zur Fisherman’s Dwarf (Hafenviertel). Dort gab es ein Schiffsmuseum, natürlich etliche Geschäfte und eine Art kleinen Rummel. Doch am beeindruckendsten waren die Seelöwen am Pier 39. Dort lagen mehr als 30 Seelöwen unterschiedlicher Größe und Alters auf schwimmenden Stegen. Obwohl der Großteil schlief oder döste, war doch immer etwas Action. Nachdem wir die Seelöwen genug beobachtet hatten machten wir uns auf den Weg zum Boit Tower, einem Aussichtsturm auf dem Telegraph Hill, einer der höchsten Hügel der Stadt. Nach einem ordentlichen Anstieg über Treppen erreichten wir den Tower, in dessen Inneren Wandgemälde zu bestaunen sind, die zur Zeit des Baus (1933) für Kritik sorgten, da sie zum Teil kommunistische Motive zeigten. Nach weiteren 5 Dollar Eintritt für den Fahrstuhl nach oben, konnten wir eine fabelhafte Aussicht auf die Stadt und die Bay Area genießen. Nachdem ich genug Aussichtsfotos geschossen hatte liefen wir durch China Town, wo es viele Läden mit allem möglichen Krims Krams gab. Von der Market Street nahmen wir einen Bus Richtung Golden Gate Park, um dort einen Freund von Barbara in einem Café zu treffen. Leider kamen wir etwas über eine halbe Stunde zu spät (auch weil der Bus extrem voll und langsam war) und er war nicht mehr dort anzutreffen. Im Café bestellte ich dann aus Versehen einen feurig-scharfen Wrap. Die Versuche, die Schärfe mit meinem ebenso recht würzigen Vanille-Chai-Tee runterzuspülen, misslangen und so hatte ich am Ende wenigstens freie Atemwege. Auf dem Rückweg nach Berkeley konnte man etliche besoffene, junge und vor allem grün gekleidete Leute von der St. Patrick’s Day Feierlichkeit sehen und ich fühlte mich ein wenig wie in der Heimat nach dem Baumblütenfest in Werder ;-)=

San Francisco II

Dies & Das während der Woche

Ein paar Zeilen zur Woche (07.-11.03.11) ...

Am Dienstagabend zog unser Vermieter (Ven) plötzlich aus. Er hat ein Projekt in Los Angeles für mehrere Monate und vermietet sein Zimmer an eine italienische Doktorandin für diesen Zeitraum. Unsere neue Mitbewohnerin, Spitzname ‚Titi’, zog gleich am nächsten Tag ein und schreibt ihre Doktorarbeit in der Soziologie. Sie ist sehr ruhig und meist in ihrem Zimmer.

Mein großer Laptop funktioniert nicht mehr richtig (stürzt unvorhersehbar ab) und ich muss jetzt alles mit dem kleinen Netbook bearbeiten. Deshalb kaufte ich mir über die Internetplatform ‚craigslist.com’ einen gebrauchten LCD-Monitor für 40 Dollar, um meinen  Bildschirmausschnitt etwas zu vergrößern. Klappt soweit super.

Ebenfalls über ‚craigslist’ habe ich dann doch ein Fahrrad von dem schon vorher  mal erwähnten, eigenartigen Typen für 45 Dollar gekauft. Er hatte das Fahrrad auch noch umlackiert, verdächtiger geht es kaum noch. Aber egal, ich brauch hier ein Fahrrad. Mehr als 45 Dollar ist das Fahrrad auch wirklich nicht wert und jemand Anderem möchte ich dieses auch nicht zumuten. Vielleicht kann ich es dem Typen wieder für 25 Dollar zurückverkaufen.

Am Donnerstagabend gingen wir in das Theater Ashby Stage zu ‚Smoke & Mirrors’:
Es gab ein kleines Vorspiel mit Zaubertricks von Tobias Weinberger. Der Hauptakt war eine akrobatische Tanz-Performance und sehr beeindruckend.

Am Freitagabend schauten wir uns den Film ‚Biutiful’ im lokalen Kino an. Der spanisch/mexikanische Film lief mit englischen Untertiteln. Der Film hatte viele Preise gewonnen und ist wirklich schwere Kost, aber definitiv sehenswert:

Dienstag, 8. März 2011

Regensonntag

06.03.11
Früh gab ich das Auto wieder zurück. Die Kosten für einen Tag Ausleihe betrugen 73 Dollar (ca. 50 EUR). Benzin ist hier mit ca. 0.90 EUR pro Liter auch recht günstig. Eigentlich wollten wir den Sonntag nutzen, um weiter San Francisco zu erkunden. Da es aber regnete, blieben wir den Tag über in der Wohnung. Ich konnte meiner Mutti zum Geburtstag gratulieren und Fotos ins Internet stellen.

Monterey Bay Aquarium & Autofahren

05.03.11
Früh mieteten wir also zum ersten Mal ein Auto bei ‚Enterprise Rent-A-Car’ und fuhren über Santa Cruz nach Monterey. Dort besuchten wir das Monterey Bay Aquarium, eines der populärsten Aquarien in den USA. Leider war das Aquarium, wahrscheinlich aufgrund des Samstages, etwas überfüllt. Im Aquarium haben sie viele schöne Sachen für Kinder und man kann an verschiedenen Stellen auf eine Terrasse gehen, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Bucht von Monterey hat. Auf den Felsen in der Bucht kann man Seelöwen oder Vögel beobachten. Weiter entfernt im Wasser sahen wir sogar Seeotter, welche auch eine Attraktion im Aquarium sind. Zu sehen war auch eine gute Sonderausstellung über den Klimawandel und dessen Folgen auf die Meeresbewohner. Nach dem Aquarium schauten wir uns noch ein wenig in Monterey um. In dem Ferienort gab es noch die Fisherman’s Dwarf, eine Art Hafenpromenade mit vielen Shops und (Fisch-)Restaurants.

Monterey Bay Aquarium

Nach der zweistündigen Rückfahrt wollte ich in Berkeley tanken und stieß auf ein Problem. Es wollte kein Benzin aus der Tankpistole kommen. Nach einem Wechsel der Tankstelle und vergeblichen weiteren Versuchen an verschiedenen Zapfsäulen, entschied ich mich dann doch mal jemanden zu fragen. Das Problem war dann relativ schnell gelöst. Wenn man nicht mit der Kreditkarte direkt an der Zapfsäule bezahlt (was bei mir nicht funktionierte), muss man beim Kassierer vorher eine bestimmte Summe bezahlen. Mensch, kein Vertrauen haben die Leute hier ;-)=
Das Autofahren ist hier relativ einfach. Gefahren wird mit Automatik, was manchmal zur Konfusion des linken Fußes führen kann, wenn dieser mal wieder vergeblich die Kupplung sucht. An die Kreuzungen mit den all-way-Stops muss man sich ein wenig gewöhnen, da an diesen jedes Auto erstmal halten muss und dann derjenige zuerst fährt, welcher zuerst an der Kreuzung war. Ansonsten sind die Fahrregeln sehr ähnlich zu denen in Deutschland.

Fahrradkauf und Theater

04.03.11
Ich suchte weiter nach einem gebrauchten Fahrrad im Internet und verabredete mich mit einer Frau auf dem Universitätscampus gegen 3 Uhr. Was hier ‚gegen 3 Uhr’ bedeutet musste ich erfahren, nachdem ich fast eine Stunde am vereinbarten Treffpunkt gewartet hatte. In der Wartezeit hatte ich noch kurz eine verbale Auseinandersetzung mit einem entweder verwirrten älteren Mann oder einem Alkoholiker. Ich zog es vor, mich von ihm zu entfernen und meine Wartezeit auf dem Rasen des Uni-Campus zu verbringen. Das Fahrrad war zwar etwas klein, dafür aber wirklich neu. Ich zahlte nur 90 Dollar dafür und fuhr zum nächsten Shop, um ein Schloss dafür zu kaufen. Dieses kostete mit ca. 39 Dollar fast halb so viel wie das Fahrrad! Nun haben wir zumindest erstmal ein Fahrrad, das Zweite wird dann später organisiert.
Abends gingen Barbara und ich kurz zum McGee-Haus, da dort eine Französin ihre Abschiedsfeier veranstaltete. Sie war ca. 5 Jahre hier in Berkeley und geht nun wieder zurück nach Frankreich. Ich unterhielt mich dort unter anderem mit einer Holländerin, welche hier schon eine ganze Weile an der Uni arbeitet, über die ‚Sendung mit der Maus’. Leider konnten wir nicht lange dort bleiben, da ich Tickets für eine Theaterveranstaltung an der Uni gekauft hatte. Das Stück ‚I Dream of Chang and Eng’ über das Leben der tatsächlichen siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker war mit ca. 3 Stunden Laufzeit (2 mal 10 min Pause) zwar recht lang, aber wirklich unterhaltsam:

Freitag, 4. März 2011

Weg mit dem Dreck!

03.03.11
Ich reservierte einen Mietwagen für Samstag, mit welchem wir zur Küste nach Santa Cruz und Monterey fahren wollen. In Monterey werden wir vorrausichtlich das Monterey Bay Aquarium besuchen.
Am Abend fingen wir an die Wohnung zu putzen. Barbara findet die Wohnung nicht sauber genug und ich muss ihr Recht geben, obwohl meine Hemmschwelle für Schmutz deutlich höher ist. Vor allem die Küche und das Bad bedürfen einer Grundreinigung. Wir fingen mit der Küche an. Es wurde geschubbert, gewischt und gesaugt... aber der Dreck war so hartnäckig, dass wir die Küche nicht ganz schafften.
Abends aßen wir mit Ven, unserem Vermieter und Mitbewohner, Abendbrot. Wir stellten eine Kürbissuppe bereit, er einen Salat und Brot (dieses sah zwar gut aus, war aber wieder mal weich und süß im Geschmack). Wir unterhielten uns über Einkaufsmöglichkeiten, unsere Jobs, Unterschiede zwischen den Ländern, usw.

Obdachlosigkeit und Erwachen des ökologischen Bewusstseins

02.03.11
In der Nacht und den frühen Morgenstunden regnete es relativ stark, was man deutlich am Prasseln des Regens auf dem Dach vernehmen konnte. Ich stand früh auf und ging mal wieder joggen (hab ich bisher fast jeden 2. Tag durchgezogen!). Auf meinem Weg kam ich an einem kleinen Park vorbei in dem ich etliche Obdachlose sah. Diese lagen unter Bäumen in ihren Schlafsäcken oder versuchten irgendwo im Trockenen zu stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bäume während des Schlafens viel Schutz gegen den Regen geboten haben. Jetzt wird es also Zeit über die weniger schönen Dinge im Sonnenland Kalifornien zu sprechen:
Man sieht hier viele Obdachlose und in den geschäftigen Strassen demnach auch viele Leute die betteln. Es ist ja generell bekannt, dass es hier in den USA kein wirkliches Sozialleistungssystem gibt. Die Leute hier auf der Strasse haben keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung und können nicht zum Arzt gehen, weil sie wahrscheinlich keine Krankenversicherung haben. Manche von ihnen sehen echt mitgenommen aus. Die Gesellschaft hier (und auch zunehmend in Europa) argumentiert ja immer gern mit: „Alles ist möglich, wenn man nur will“ oder „Jeder ist des eigenen Glückes Schmied“. Aber ist das wirklich immer so, wenn im Zuge der (Welt-)Wirtschaftskrise Tausende hier ihren Job in den Fabriken verlieren und am Ende auf der Strasse landen? Ich möchte hier nicht weiter ausholen und euch mit meinen Gedanken bezüglich des absehbaren Scheiterns des Kapitalismus als Gesellschaftssystems langweilen.
Es gibt auch positive Bestrebungen in den USA, in Bezug auf ökologisch sinnvolles Verhalten vor allem hier in Kalifornien. In Berkeley sehe ich viele Leute Fahrräder benutzen, es gibt Car-Sharing (Leute teilen sich Autos), ein Recycling System und Restaurants mit vielen vegetarischen Gerichten. Es gibt auch Bestrebungen im größeren Rahmen, z.B. sollen keine neuen Ölbohrinseln vor der Küste Kaliforniens gebaut werden. Zu den einzelnen Sachen schreibe ich später vielleicht mehr.

Nachmittag traf ich mich mit dem Typ, welcher mehrere gebrauchte Fahrräder über das Internet anbot. Der Typ kam echt suspekt rüber und die Fahrräder waren auch nicht so besonders. Ich nahm erst mal kein Fahrrad von ihm und werde evtl. später noch mal darauf zurückkommen. Am späten Abend zogen wir dann in unsere neue Wohnung um. Eigentlich wollte uns Neo mit seinem Auto dorthin fahren, aber er organisierte uns stattdessen ein Taxi.

Gebrauchtes Fahrrad gebraucht

01.03.11
Ich beschäftigte mich ein wenig mit der Suche nach gebrauchten Fahrrädern im Internet. Ich fand nur wenige Fahrräder in Berkeley. Und seltsamerweise wurden die meisten davon auch noch von ein und derselben Person angeboten. Das bemerkte ich aber erst, als ich schon die dritte SMS an die gleiche Nummer verschickt hatte. Schon ein bisschen merkwürdig, sagt mir mein kriminalistischer Sinn. Außerdem stattete ich ein paar Bike-Shops einen Besuch ab. Bei denen sind die gebrauchten Fahrräder aber relativ teuer (> 100 Dollar). Und ich suche aber Fahrräder bis zu 100 Dollar.

Mittwoch, 2. März 2011

Die neue Wohnung

28.02.11
Am Vormittag besichtigten Barbara und ich eine Wohnung, besser gesagt ein Zimmer in einer Wohnung. Die Küche und das Bad müssen mit dem Vermieter geteilt werden. Der Vermieter, Ven, ist Inder und ein echt sympathischer Typ. Das große Zimmer mit Parkett, einem Bett, einer Couch und einem Schreibtisch gefiel uns (Fotos folgen noch) und wir wollten es nehmen.

Unterkunft - Oxford street

Wieder in der alten Wohnung arbeiteten wir den Tag über und gingen am Abend noch mal zur Wohnung von Ven, um die Miete für das Zimmer festzulegen und die Bezahlung zu regeln. Wir unterzeichneten einen vorläufigen Mietvertrag und Neo (der Chef von Barbara hier) bezahlt erst einmal die Miete (1200 Dollar pro Monat). Mein Anteil an der Miete hängt dann von meinem Beitrag an dem Projekt von Barbara und Neo ab, d.h. mit meiner eventuellen Arbeit am Projekt kann ich eventuell meine Mietkosten verringern.

Uni-Campus & Botanischer Garten

27.02.11
Barbara hatte am Vormittag ihre erste Stunde bei ihrer neuen Tanzlehrerin für einen speziellen indischen Tanz, Bharatanatyam. Hier mal ein Beispielvideo:

Wir trafen uns Mittag im Gourmet-Ghetto von Berkeley und schauten uns nach einem leckeren Burito gemeinsam den schönen grünen Universitätscampus an. Von dort bestiegen wir einen Berg auf dem auch einige Vorschungslabors stationiert sind. Vom Berg hatte man einen herrlichen Ausblick auf Berkeley und die dahinterliegende Bay (Bucht). Eigentlich wollten wir zum Botanischen Garten, den ich auf dem Berg vermutet hatte. Dort war aber kein Weiterkommen. Also hieß es den Berg wieder runter und den nächsten Berg wieder rauf. Schließlich fanden wir den Botanischen Garten welcher mit einem Eintrittspreis für Studenten von 7 Dollar (normal: 9 Dollar) nicht gerade preiswert aber sehr schön angelegt war. Er war wirklich sehr gut beschildert und nach Kontinenten oder Regionen angeordnet.

Uni-Campus & Botanischer Garten

Am Abend, wie auch schon am Vormittag, schauten wir nach einer neuen Bleibe im Internet. Im jetzigen, zwar sehr schönen aber doch auch teuren Studio können wir nur bis zum 3. März bleiben. Die Zeit ist also reif, sich nach etwas Neuem umzuschauen.