02.03.11
In der Nacht und den frühen Morgenstunden regnete es relativ stark, was man deutlich am Prasseln des Regens auf dem Dach vernehmen konnte. Ich stand früh auf und ging mal wieder joggen (hab ich bisher fast jeden 2. Tag durchgezogen!). Auf meinem Weg kam ich an einem kleinen Park vorbei in dem ich etliche Obdachlose sah. Diese lagen unter Bäumen in ihren Schlafsäcken oder versuchten irgendwo im Trockenen zu stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bäume während des Schlafens viel Schutz gegen den Regen geboten haben. Jetzt wird es also Zeit über die weniger schönen Dinge im Sonnenland Kalifornien zu sprechen:
Man sieht hier viele Obdachlose und in den geschäftigen Strassen demnach auch viele Leute die betteln. Es ist ja generell bekannt, dass es hier in den USA kein wirkliches Sozialleistungssystem gibt. Die Leute hier auf der Strasse haben keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung und können nicht zum Arzt gehen, weil sie wahrscheinlich keine Krankenversicherung haben. Manche von ihnen sehen echt mitgenommen aus. Die Gesellschaft hier (und auch zunehmend in Europa) argumentiert ja immer gern mit: „Alles ist möglich, wenn man nur will“ oder „Jeder ist des eigenen Glückes Schmied“. Aber ist das wirklich immer so, wenn im Zuge der (Welt-)Wirtschaftskrise Tausende hier ihren Job in den Fabriken verlieren und am Ende auf der Strasse landen? Ich möchte hier nicht weiter ausholen und euch mit meinen Gedanken bezüglich des absehbaren Scheiterns des Kapitalismus als Gesellschaftssystems langweilen.
Es gibt auch positive Bestrebungen in den USA, in Bezug auf ökologisch sinnvolles Verhalten vor allem hier in Kalifornien. In Berkeley sehe ich viele Leute Fahrräder benutzen, es gibt Car-Sharing (Leute teilen sich Autos), ein Recycling System und Restaurants mit vielen vegetarischen Gerichten. Es gibt auch Bestrebungen im größeren Rahmen, z.B. sollen keine neuen Ölbohrinseln vor der Küste Kaliforniens gebaut werden. Zu den einzelnen Sachen schreibe ich später vielleicht mehr.
Nachmittag traf ich mich mit dem Typ, welcher mehrere gebrauchte Fahrräder über das Internet anbot. Der Typ kam echt suspekt rüber und die Fahrräder waren auch nicht so besonders. Ich nahm erst mal kein Fahrrad von ihm und werde evtl. später noch mal darauf zurückkommen. Am späten Abend zogen wir dann in unsere neue Wohnung um. Eigentlich wollte uns Neo mit seinem Auto dorthin fahren, aber er organisierte uns stattdessen ein Taxi.
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