Sonntag, 27. Februar 2011

San Francisco I

26.02.11
Früh war ich erst mal eine Stunde joggen und war geschockt von der Kälte. Die Scheiben der Autos und Pfützen waren gefroren! Dabei wollte ich doch dem deutschen Winter entfliehen. Egal, ich zwang mich mein Joggingvorhaben trotz meiner unzureichenden Bekleidung durchzuziehen und machte mich auf den Weg zum Uni-Campus. Ich war mal wieder erstaunt von der Schönheit des sehr grünen Campus. Auf diesem trafen sich doch tatsächlich schon um 8 Uhr am Samstag etliche Studenten zu einer Art Informationsveranstaltung mit etlichen Ständen und Partymusik. Ich griff dort eine kostenlose Zeitung und machte mich auf den Rückweg mit der nun doch recht stark wärmenden Sonne im Rücken.
Nachmittag machten wir uns mit der BART (einer Art U-Bahn) auf nach San Francisco. Dort liefen wir die Market street entlang, eine der wenigen die Stadt diagonal durchziehenden Strassen. Wir kamen an einem Wendepunkt der berühmten durch Drahtseile gezogenen ‚Cable car’ vorbei. An der Station standen etliche Touristen und warteten auf einen freien Platz. Eine Fahrt mit der Cable car über die Hügel der Stadt werden wir später einmal unternehmen. Wir gingen weiter die Market street entlang bis zu einem Café wo sich Barbara kurz mit einem Freund traf. Auf dem Rückweg schauten wir uns noch in der Nähe des Union square um, eine Gegend mit sehr noblen und wahrscheinlich sündhaft teuren Mode-Geschäften. In einem Buchladen kaufte ich mir ein Spanisch-Lehrbuch, natürlich erklärt in Englisch, sollte aber funktionieren. Nun kann ich endlich mit dem Spanisch lernen anfangen.

San Francisco I

McGee Haus

25.02.11
Am Vormittag arbeiteten wir in der Wohnung. Unsere Vermieterin (hier ‚Landlord’ genannt) lieh uns ihr Fahrrad fürs Wochenende aus. Dadurch hatten wir nun 2 Fahrräder und fuhren mit diesen am Nachmittag zum McGee Haus. Dieses Haus ist der Arbeitsplatz von Neo und seinen Angestellten und auch Barbara wird dort die meiste Zeit arbeiten. Wenn wir keine andere Unterkunft finden, wird dieses Haus gleichzeitig nicht nur Arbeitsplatz sondern auch unsere Herberge sein. Das Haus ist wirklich cool, aber es hat nur ein durch eine dünne Schiebetür separiertes Zimmer. Zum Wohnen also eher suboptimal, zumal noch jemand Anderes dort permanent leben soll (konnte aber nicht erkennen, wo das sein sollte bzw. wo wir schlafen sollten). Gegebenenfalls werde ich zu dieser Geschichte später mehr schreiben…

McGee Haus

Samstag, 26. Februar 2011

Berkeley Tag 2

24.02.11
Vormittag begann dann das, was zum Alltag werden soll: Barbara und ich arbeiteten an unseren Forschungsthemen, d.h. jeder sitzt an seinem Laptop und rechnet bzw. schreibt. Nachmittag machte ich mich mit dem zur Wohnung gehörenden Fahrrad auf die Suche nach einem Telefonshop, wo ich eine Prepaidkarte fürs Handy erwerben wollte (nachdem ich die Handyrechnung mit den Auslandsgesprächen im Internet gesehen und den ersten Schock überwunden hatte: Telefonieren und SMS alles zu Roamingpreisen). In einem Telekomshop schalteten sie mir eine Prepaidkarte frei. Danach steuerte ich noch ein paar Autovermietungen an, um mich über spezielle Angebote für Langzeitvermietungen zu informieren. Für einen Monat müsste man ca. 600 Dollar (ca. 430 EUR) bezahlen. Deshalb wird es wohl eher bei Wochenendmietungen für spezielle Touren bleiben.
Im Regen fuhr kurz zum Universitätscampus, welcher sehr schön sein soll. Da der Regen aber stärker wurde musste ich die Besichtigung abbrechen und fuhr nach einem ‚kurzem’ Stopp in einem der riesigen Supermärkte zurück zur Wohnung. Am Abend absolvierte ich meine ersten Yoga-Übungen. Angeleitet durch einen Internettrainer und Barbara merkte ich schnell, dass Yoga nichts mit Entspannung zu tun hat, sondern sehr anstrengend sein kann.

Berkeley Tag 1

23.02.11
Früh wurde erstmal gejoggt, um die Gegend hier in Berkeley kennen zu lernen. Dabei kamen wir gleich an einem Polizeieinsatz vorbei. Das sah aus wie im Fernsehen. Ein Polizist in Zivil stand am Eingang zu einem Hof und die Anderen in Uniform gingen mit gezogener Waffe zu einer Tür des Hauses. Ich wollte das nicht länger beobachten, um mich nicht unnötig verdächtig zu machen. Willkommen in Amerika! Die Gegend hier sieht aber recht nobel aus: viele individuell gestaltete und nett aussehende Häuser.
Nach dem Joggen gingen wir zu einer ‚Laundry’ (Wäscherei), da uns in Puerto Rico durch das viele Schwitzen die sauberen Sachen ausgegangen sind und wir in unserer Wohnung keine Waschmaschine hatten. Bei 2 Dollar pro kg kamen schnell 15 Dollar zusammen. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt (‚Grocery store’ genannt). Das war echt nicht so einfach, da hier in den USA nicht an jeder Ecke ein Supermarkt zu finden ist und wir mussten ca. 2,5 km laufen ehe wir einen erreichten. Der Rückweg mit dem schweren Einkauf war natürlich auch nicht schön. Jedenfalls konnte ich dann mit den gekauften Zutaten mein erstes vegetarisches Gratin kochen.
Am Abend holte uns schnell wieder der Jetlag ein. Man ist schon um 20 Uhr sehr müde und wacht oft vor 6 Uhr früh auf.

Reise nach Kalifornien

22.02.11
Vormittag ging es mit dem Taxi zum Flughafen von San Juan. Von dort flogen wir nach Dallas und nach zweistündigem Aufenthalt weiter nach San Francisco. Obwohl zumindest der Flug nach Dallas mit 5,5 Stunden ziemlich lang war, wurde kein kostenloses Essen von American Airlines serviert. Am Flughafen von San Francisco holte uns Neo, derjenige mit dem Barbara hier für zwei Monate an einem Projekt arbeitet, mit seinem Mini Cooper ab und fuhr uns nach Berkeley. Ich war dann doch erstaunt, was so alles in den eher kleinen Kofferraum hineinpasst.


Die sehr schöne Wohnung (1624 Blake street, Berkeley, CA 94703) befindet sich auf einem Hinterhof und war wohl mal eine Art Künstlerstudio. Sie hat ein Bad, einen großen Wohnraum mit Küchenzeile und etwas höher gelegen eine Schlafnische. Ich werde noch Fotos davon einstellen:
Unterkunft - Berkeley I

Culebra

21.02.11
Mit Barbara ging ich früh am Strand kurz joggen. Der Sand ist nahe am Wasser sehr fest, was das Joggen erleichtert. Am Ende des Strands befand sich ein alter bunt bemalter Panzer im Wasser. Dieser rostende Koloss ist ein Überbleibsel der amerikanischen Streitkräfte, als diese die Insel für ihre Übungsmanöver nutzten. Dort konnten wir auch etliche Pelikane von Nahem beim Fischen beobachten. Wieder im Hotel angekommen, gab es kurz Frühstück, bestehend aus einigen Riegeln und Chips. Danach wanderten wir auf einen nahegelegenen Hügel, um von dort einen Ausblick auf den Strand zu haben. Wir sahen eine weibliche Hirschkuh und einige Vögel, konnten aber nicht unser eigentliches Ziel, ein einsames Rangerhaus auf der Spitze des Hügels, erreichen. Viele Wege waren aus Naturschutzgründen gesperrt. Wieder unten angelangt, gingen wir an den Strand. Die Wellen waren zum Teil gigantisch. Eine Welle brachte mich zum Überschlagen, es knackte unangenehm in meiner Wirbelsäule und ich rengte mir halb den Arm aus, bei dem Versuch mir nicht das Genick zu brechen. Danach verließ ich erstmal das Wasser, um mich zu fangen. Gegen Mittag checkten wir aus und suchten am Strand ein paar Kioske auf, um etwas zu essen. Während Franjo und Adisel am Strand blieben, liefen Barbara und ich zu einem Strand der nicht mit dem Auto zu erreichen ist. Dort lagen etliche Boote vor Anker und einige Leute schnorchelten. Wir beobachteten die Leute eine Weile und machten uns danach auf den Weg zurück nach San Juan. Wir waren etwas traurig, weil sich unsere Zeit im karibischen Paradies dem Ende neigte. An der Fähre traf ich ein paar Deutsche aus München von der Konferenz. Unser Gespräch wurde unterbrochen, da die Fähre schon eine Stunde früher fuhr.
Wieder in unserer Unterkunft angekommen sprachen wir noch eine Weile mit unserer Vermieterin Zoraida und bezahlten unser Zimmer (10 Dollar pro Person und Übernachtung).

Culebra I

20.02.11
6:30 Uhr kamen Adisel und Franjo zu uns und wir machten uns auf den Weg zur beliebtesten Ausflugsinsel Culebra. Wir fuhren eine Stunde mit dem Auto zum Ort Fajardo. Von dort fährt eine vom Staat geführte Fähre nach Culebra. Wir standen ca. 1,5 Stunden für Tickets an, welche man nicht im Voraus kaufen kann. Kurz bevor wir den Schalter erreichten waren die Tickets für die 9 Uhr Fähre ausverkauft und die nächste sollte gegen 15 Uhr fahren. Adisel und Franjo diskutierten noch 15 Minuten mit der Ticketverkäuferin, ob es nicht noch möglich wäre auf die Fähre zu kommen, da wir nur leichtes Gepäck hatten. Aber es half nichts, der verantwortliche Fährmann ließ sich nicht überzeugen und wir kauften Tickets für die spätere Fähre. Da wir nun 6 Stunden tot zu schlagen hatten, wollten wir mit dem Auto an einen Strand in der Nähe fahren. Zuvor hatten wir allerdings noch den Parkplatzwächter zu überzeugen, uns dass Auto zurückzugeben, ohne noch mal die Parkplatzgebühren (20 Dollar für 2 Tage) zu bezahlen, wenn wir zurückkämen. Nach einen Frühstück in einem natürlich sehr stark klimatisierten Restaurant einer Puerto Ricanischen Fastfoodkette (hier gab es mal ein vegetarisches Sandwich und leckeren süßen Griesbrei) fanden wir einen netten Strand mit grobem Sand. Ich schwamm mal mehr als 40 Minuten am Stück, was im Meer schon eine Herausforderung ist. Durch die Wellen schluckt man mehr Salzwasser als einem lieb ist. Außerdem nesselten mich anscheinend Quallen, da meine Haut an zwei Stellen ziemlich stark brannte. Egal, Hauptsache mal ein bisschen Bewegung.
Die Fähre fuhr ca. 2 Stunden nach Culebra. Dort angekommen, ging es mit einem Taxibus zum schon reservierten Hotel am schönsten Strand der Insel (52,50 Dollar pro Person und Übernachtung). Der Flamenco Beach hatte herrlichen, weißen, sehr feinkörnigen Sand. Außerdem herrschte eine starke Brise, weshalb es ordentliche Wellen gab. Ich stützte mich zugleich in die Wellen. Aber es blieb nicht mehr so viel Zeit fürs Baden, da auch hier Winter ist und es gegen 19 Uhr schnell dunkel wird. Am Abend waren wir so müde, dass wir schon gegen 9 Uhr ins Bett gingen.

Culebra II

Bacardi-Fabrik

19.02.11
Am Samstag konnten wir endlich mal länger schlafen und begaben uns erst gegen Mittag auf Erkundungstour. Wir fuhren zur Bacardi-Fabrik in der Nähe von San Juan, welche eine der größten Fabriken für den Rum hier in der Karibik ist. Dort gab es eine halbstündige Rundtour, auf der man einiges zur Geschichte der Bacardi Rum Herstellung erfahren konnte. Gut war außerdem, dass man im Wartebereich kostenlose Cocktails (Daiquiri, Cuba Libre, Mochito) bestellen konnte ;-)
Danach besuchten wir noch kurz eine nahe gelegene Halbinsel auf der die Einheimischen massenweise Barbecue für ihre Kinder veranstalteten und machten uns dann auf den Weg zurück zur Wohnung. Wir entschieden, dass wir den Sonntag und Montag mit Adisel und Franjo auf Culebra, einer der beliebtesten Ausflugsinseln von Puerto Rico, verbringen wollten.

Bacardi-Fabrik und Danach

Tagungs-Zeitraum

14.-18.02.11 (Mo-Fr)
Kurz ein paar Worte zur Konferenz/Tagung:
Diese startete jeden Tag um 8 Uhr mit Vorträgen. Wenn keine allgemeinen Vorträge für Jeden im großen Hörsaal stattfanden, dann liefen kurze Vorträge der Wissenschaftler parallel in 12 Vortragssälen. Man suchte sich also zuvor die Vorträge heraus, welche einen interessieren und hörte dann zu. Die normalen Vorträge waren 12 Minuten lang und im Anschluss war 3 Minuten Zeit, um dem Vortragenden Fragen zu stellen. Ich assistierte am Montag in einem Vortragsraum. D.h. ich stellte den Timer für die Vortragenden und managte das Licht oder das Mikrofon. In diesem Raum fand eine spezielle Vortragsreihe organisiert von meinem Chef statt. Diese wollte ich mir sowieso anhören, weshalb der Job für mich kein Hindernis war. Ich bekam dafür sogar noch einen Check von 100 Dollar (ca. 73 EUR).
Am Dienstag und Donnerstag war noch eine zweistündige Postersession. Bei dieser traf man die Leute, wie z.B. mich, an ihren Postern an und konnte über die jeweiligen Forschungsergebnisse diskutieren. Ich gewann überraschenderweise einen Preis für mein Poster, welcher voraussichtlich mit 100 Dollar dotiert ist. Dabei hatte ich ja nur 3 Stunden für die Erstellung des Posters Zeit gehabt. Tja, manchmal ist weniger eben mehr. Mein Poster war nämlich schön übersichtlich. Insgesamt gewannen wohl 10 Leute einen Posterpreis. Während der Konferenz hatte ich ein paar Besprechungen mit Alex (meinem Chef) und unserem Kooperationspartner aus Konstanz. Barbara hatte Mittwoch früh ihren Vortrag, den sie fast verpasste, da wir in den falschen Bus einstiegen. Dieser brauchte 40 statt der üblichen 10 Minuten zum Konferenzzentrum. Wir trafen 10 Minuten vor beginn ihres Vortrags ein!
Ich vor meinem Poster


Am Mittwochabend nahm uns unsere Vermieterin Zoraida mit zu einem Bomba-Abend in einer netten kleinen Bar in Rio Piedras (Uni-Viertel von San Juan). Mit von der Partie war auch Josh aus Arizona (USA), der als ‚couch surfer’ auch bei Zoraida untergebracht war. Wir kamen noch vor Beginn der Veranstaltung  und hatten deshalb die Gelegenheit mit einem der Trommler von der Bomba-Band zu sprechen. Er erklärte uns wie Bomba hier im Wesentlichen funktioniert: 2 der 3 Trommler geben einen Grundrhythmus vor und sobald eine einzelne Tänzerin (oder ein einzelner Tänzer) in die Mitte der Tanzfläche kommt, bestimmt diese durch ihre Bewegungen den Rhythmus der 3. Trommel. Das sah wirklich sehr gut aus und es gab oft eine bemerkenswert gute Kommunikation zwischen Trommler und Bomba-Tänzerin. Ich mag ja sowieso die ‚afrikanischen’ Trommeln, aber ich selbst hätte solch eine Geschwindigkeit nicht geschafft.

Am Donnerstagabend fuhren wir mit Josh und seinem Freund Patrick aus Canberra (Australien) noch mal nach Rio Piedras. Dort sollte ein Straßenfest stattfinden. Es war aber nicht so stark besucht oder schon fast vorbei, weshalb wir zu einer sehr beliebten Bar gingen. Dort wurde in Massen ‚Chichaito’ verkauft, ein Schnaps der im Geschmack sehr stark an Ouzo erinnerte:
Es war so voll, dass die Leute draußen auf der Straße standen und ihre alkoholischen Getränke konsumierten, was allerdings hier nicht erlaubt ist und mit einer Strafe von bis zu 500 Dollar geahndet werden kann.

Nightlife

Am Freitagnachmittag nahmen wir an einer kurzen Exkursion, welche im Tagungsprogramm angeboten wurde, teil. Es ging mit dem Boot und einem Tourguide in das Brackwassergebiet (‚Estuary’) von San Juan. Der Tourguide erklärte uns wie das stark verschmutzte Gebiet in seiner Qualität verbessert werden soll. Wir sahen Mangroven und etliche Vogelarten. Sehr häufig waren große Leguane zu beobachten, welche aber nicht einheimisch sind. An manchen Stellen in Puerto Rico werden die vegetarischen Leguane zum Problemfall, da sie in großen Massen die Landwirtschaft schädigen können. Von der Regierung wird jetzt angestrebt, den Leguan attraktiv für den Speisezettel der Inselbewohner zu machen. In anderen Ländern werden Leguane ja auch gegessen. Aber bisher waren die Bemühungen der Regierung weniger erfolgreich.

Boat Trip

Nach der sehr informativen und sonnigen Bootstour gingen wir nach Old San Juan und schauten uns die Burganlage und die Stadtmauer genauer an. Die Spanier hatten die Burganlagen gebaut um den Hafen als Eingangstor zur Karibik zu schützen. Puerto Rico war die erste Insel auf der die Schiffe aus Europa früher ihre Vorräte wieder auffüllen konnten. An der Stadtmauer wurde insgesamt 250 Jahre lang gebaut!
Danach besuchten wir eine Rum-Bar, natürlich mit lauter Musik und trafen uns später mit Adisel, Franjo, Melanie, Maike, Marcus & Stefanie zum Abendessen.

Burganlage - Old San Juan

Dienstag, 15. Februar 2011

Old San Juan

13.02.11
Vormittag fuhren wir das erste Mal mit dem Zug, oder besser gesagt mit der S-Bahn. Diese fährt relativ häufig Richtung Stadtzentrum bis zur Endhaltestelle Sagrado Corazón und es wird sogar angezeigt, in wie vielen Minuten der nächste Zug kommt. Von Sagrado Corazón ging es dann weiter mit dem Bus nach Old San Juan. Dies ist der älteste Stadtteil von San Juan und diente damals den Spaniern als Kolonialstützpunkt. Die Spanier haben starke Festungsanlagen gebaut, die man dort besichtigen kann. Wir hatten nicht genug Zeit, die Festungsanlagen anzuschauen und konzentrierten uns deshalb auf die Innenstadt mit ihren gemütlichen Gassen und bunten Häusern. Die Leute dürfen hier ihre Häuser verschieden-einfarbig streichen. Nur die säulenartigen Fassaden bleiben weiß. Das führt zu einer angenehmen Farbenpracht.
Old San Juan

Wir aßen lunch im Café Puerto Rico, welches uns Adisel empfohlen hatte. Das Essen war wirklich sehr gut. Die Klimaanlage brachte uns jedoch wieder zum Frieren. Danach spazierten wir durch die Gassen zum Ende der Halbinsel von Old San Juan. Dort befand sich vor einer Festungsanlage eine riesige Rasenfläche, auf der die Einheimischen Drachen steigen ließen. An der Küste ist es sehr windig, wodurch man die Sonne nicht so stark merkt und die Gefahr für einen Sonnebrand steigt. Wir lagen eine Weile auf dem kurzgeschnittenen Rasen und schauten den Einheimischen bei ihrem Hobby zu, als uns plötzlich andere Deutsche entdeckten. Natürlich waren es Tagungsteilnehmer und mein Chef, Alex, war auch dabei. Ansonsten noch mir bekannte Wissenschaftler aus Konstanz und Köln. Einige von ihnen sahen schon ganz rot im Gesicht aus. Wir unterhielten uns kurz und dann mussten Barbara und ich zum Convention Center fahren, wo wir unsere Einweisung als ‚student volunteer’ (d.h. Assistenz-Job bei den Vorträgen der Tagung) bekamen. Ich assistiere den gesamten Montag in einem Raum und Barbara am Dienstag. Das bedeutet, 7:30 Uhr vor Ort zu sein, da die Vorträge 8:00 beginnen. Am Abend war dann noch der ‚opening welcome mixer reception’, d.h. Feierliche Eröffnung der Tagung mit ein paar Snacks und Getränken. Außerdem wurden uns traditionelle Tänze und Musik vorgeführt.
Ähnliches wie unter folgendem Video:

Sonntag, 13. Februar 2011

Endlich Strand

12.02.11
Am Vormittag unterhielten wir uns kurz mit Judy, einer älteren Frau aus den USA, welche auch bei Zoraida für ein paar Tage via couchsurfing untergebracht war. Sie ist Demokratin und es war nicht schwer, schnell in politische Themen einzusteigen. Sie und ihr Mann sind Teil eines länderübergreifenden Projektes, bei welchem Menschen beim Häuserbau geholfen wird. Die Betreffenden Leute haben zwar einen Job, aber das Geld reicht für einen Hausbau nicht aus. Judy unterrichtet hier Englisch, ihr Mann ist Architekt. Nach einer Weile kam Zoraida und sie zeigte uns den Supermarkt.
Gegen Mittag kamen Francisco und Adisel zu Zoraida’s Haus und wir fuhren anschließend zum Strand auf der ‚Isla Verde’, einer Halbinsel welche ziemlich zentral zwischen Old San Juan und dem Flughafen liegt. Für die Puerto Ricaner ist jetzt Winter und das Wasser ihrer Meinung nach kalt. Als Mitteleuropäer kann ich das Wasser aber als warm einschätzen. Das einzig Nervige war der ziemlich starke Wind, welcher einem den sehr feinkörnigen Sand des Strandes an alle möglichen Stellen blies. Durch den Wind war auch entsprechender Wellengang wodurch ich das ein oder andere Mal ordentlich salziges Wasser schluckte. Mir wurde erklärt, dass Nacktbaden auf Puerto Rico generell verboten ist und ‚oben ohne = top less’ bei Frauen nur erlaubt ist, wenn sie sich auf den Bauch legen. Puerto Rico ist eben der Karibikteil der USA.
Nach dem Baden fuhren wir zu speziellen Kiosken mit Essen, was wir laut Adisel unbedingt probieren sollten. Das Essen war schon lecker, aber ungemein fettig. Hier wird fast alles frittiert, so aßen wir also frittierten Fisch, Krabben oder Bananen. Im Anschluss gab es noch karamellisiertes Kokosnussfleisch. War das Lecker! Ich stehe ja so auf süße Sachen und davon gibt es hier reichlich.
Wieder in der Wohnung, genehmigte ich mir erst einmal 2 Stunden Schlaf und am Abend erkundeten Barbara und ich den Weg zu Fuß zum ‚Plaza Las Américas’, dem größten Einkaufszentrum (Shopping Mall) der Karibik. Die Shops waren schon geschlossen und nur das Kino hatte noch auf. Zoraida empfahl uns zuvor einen Film. Da dieser nicht lief, gingen wir wieder zurück in unsere Wohnung um zu schlafen, da wir durch die Zeitumstellung wieder sehr müde waren.

Ein paar Worte zum Strassenverkehr:
Man muss auch mal erwähnen, dass die Straßen für ein Vorankommen zu Fuß nicht unbedingt geeignet sind. Alle Leute fahren hier mit dem Auto. Radfahrer gibt es kaum und werden auch nicht ernst genommen. Auf Fußgänger nehmen die Autofahrer große Rücksicht, aber stellenweise gibt es keine Fußgängerwege bzw. diese stehen voll mit parkenden Autos. Das überqueren von großen Strassen ist auch eine echte Herausforderung, da es keine Fußgängerampeln gibt. Oft kommt man an tote Enden, wo der Weg einfach an einem Zaun oder einer Betonmauer endet. Fast jeder erwachsene Puerto Ricaner hat ein Auto und auch kurze Strecken werden damit zurückgelegt, eben weil man besser an sein Ziel kommt, da alles auf den Autoverkehr ausgelegt ist. Das Benzin ist natürlich sehr günstig hier, momentan so ca. 0.75 Dollar, umgerechnet so ca. ein Drittel vom deutschen Preis. Da aber alle Leute mit dem Auto fahren führt das natürlich zu ordentlichen Staus im Straßenverkehr. Francisco meinte, die Autoverkäufer zahlen den Politikern genug, damit diese den Busverkehr nicht weiter verbessern, was sehr leicht getan werden könnte.

San Juan – 1. Tag

11.02.11
Vormittag ging es erst einmal auf die Suche nach einem Geldautomaten. Ich bin gespannt, ob man bei der DKB-Kreditkarte wirklich keine Gebühren für das Geldabheben, egal bei welchem Geldautomaten, zahlen muss. Von den ersten Dollars wurde erst einmal schön Tortilla als Frühstück bestellt. Das ist hier ein Eieromelett. Übrigens sprechen hier die meisten Leute spanisch, aber mit englisch kommt man auch überall weiter. Nachmittag kamen Francisco und Adisel und wir fuhren zu einer traditionellen Art Bäckerei. Dort gab es auch warme Speisen und die nächste Paella war die meine. Ein leckeres Dessert mit Kaffee hinterher und ich vergaß sogar, dass ich beinahe fror. Das Problem ist hier nämlich, dass die Klimaanlagen die Raumtemperaturen überall stark reduzieren. Man kommt also aufgrund der enormen Hitze draußen sehr leicht bekleidet irgendwo hinein und beginnt nach ca. 20 min zu frieren. Das ist sehr gut geeignet sich eine Erkältung einzufangen, aber da ich diese schon habe, juckt mich das nicht.
Nach all dem Essen ging es erst einmal in den botanischen Garten zu einem Spaziergang. Da fühlte ich mich doch fast wie in den Tropen, so viele Palmenarten um mich herum. Ich begann zur Freude meiner Begleiter wild mit dem Fotoschießen an…
Am Abend holte uns der Jetlack ein. Ich war so müde, dass mir um 21 Uhr die Augen beim Lesen eines im Zimmer gefundenen Reiseführers andauernd zufielen.

Botanischer Garten San Juan

Freitag, 11. Februar 2011

Die Reise beginnt...

10.02.11  -  Flugerlebnisse
Früh ging es mit den Öffentlichen zum Flugplatz Tegel. Das klappte ganz gut und wir waren pünktlich 2 Stunden vor dem Flug nach Puerto Rico über Miami am Flugplatz. Leider gab es beim Check-In ein kleines doch gravierendes Problem, da die Mitarbeiterin von AirBerlin mein Rückreiseticket aus den USA sehen wollte.
Hintergrund: Da ich meine Flüge einzeln buchte, stand die Rückreise nicht auf dem Ticket des Hinflugs. Wenn man nur die normale Einreisegenehmigung in die USA hat (ESTA genannt, muss man im Internet ausfüllen und 14 Dollar dafür bezahlen), muss man den Rückflug auch vorweisen, da die Einreisegenehmigung nur für 3 Monate gilt. Das habe ich aber zuvor nirgendwo gelesen. Glücklicherweise hatte ich 4 Tage zuvor einen Teil meines Rückflugs (von New York nach Tegel) gebucht, die Bestätigung dieses Fluges aber unglücklicherweise als einzigstes Dokument nicht ausgedruckt. Glücklicherweise hatte ich aber diesen Rückflug über AirBerlin gebucht und konnte mir eine Bestätigung dort am Ticketschalter ausdrucken lassen. Letztendlich ist Glück – Unglück + Glück = Glück.
Dann ging es zu der sehr gründlichen Sicherheitskontrolle (besonders streng für die USA-Einreisen). Auch dort kam ich kurzzeitig ins Schwitzen als ich bei der sehr sehr intimen Leibesvisitation plötzlich auf einen länglichen Gegenstand in meiner Hose aufmerksam gemacht wurde. Nicht was ihr jetzt schon wieder denkt…. mein Ruf eilt mir voraus, oder Ähnliches. Nein, ein langer spitzer Gegenstand befand sich am Ende meines Hosenbeins innerhalb des Hosenfutters. Ich hatte keine Ahnung davon, aber letztlich war es nur ein Kugelschreiber der irgendwie von einem Loch meiner Tasche dort hingerutscht sein musste. Nachdem ich diesen entfernt hatte, war ich aus der Untersuchung befreit.
Der Flug verspätete sich um 20 min, der Kapitän kalkulierte eine Verspätung der Maschine um 45 min und die Anzeige des Bordcomputers variierte von 60-90 min Verspätung. Das war natürlich nicht entspannend, da wir in Miami nur 3 Stunden Zeit bis zu unserem Anschlussflug nach San Juan in Puerto Rico hatten. Nach einer eher unfreundlichen Befragung durch den Flughafensecuritas, dem Fingerabdruck nehmen und dem Fotoshooting, erreichten wir pünktlich unseren Anschlussflug. Nach den 11 Stunden Flug zuvor nun noch mal 2 Stunden.
In San Juan angekommen stand mir bei feuchtem tropischem Klima und ca. 30°C schon mal der Schweiß in meiner gefütterten Winterhose. Zuvor konnte ich wenigstens meine Halbschuhe gegen Sandalen auswechseln und meinen Pullover ausziehen. Die Jacke blieb natürlich an. Am Flughafen wurden wir freundlicherweise von Francisco und Adisel abgeholt und zu unserer Unterkunft gefahren. Gegen 23:30 klopften wir an die Tür von unserer Hosterin Zoraida, welche relativ überrascht war, da sie uns erst eine Woche später erwartet hatte. Zum Glück war unser Zimmer nicht belegt und ich konnte erschöpft in meinen lang ersehnten Schlaf fallen.

Unterkunft Puerto Rico

Kurz vor Abreise...

09.02.11  -  Letzter Tag vor der Abreise

Leider war der Stress noch nicht vorbei. Einen Tag vor Abreise musste ich noch mein Poster für den kommenden Kongress in Puerto Rico anfertigen. Dafür erübrigte ich dann ganze 3 Stunden und schickte dieses per Email nach Puerto Rico. Es wird dann im Kongresscenter gedruckt. Nun hatte ich noch 3 Stunden Zeit meine Sachen für 2,5 Monate zu packen. Zuvor hatte ich leider überhaupt keine Zeit. Deshalb packte ich alles Mögliche in meinen ziemlich großen Koffer. Ich packte bis zur letzten Minute und siehe da, mein Koffer wog 21,5 kg. Das ist ziemlich viel für jemanden wie mich, der normalerweise nur mit einer Hand Schlippa und 3 T-Shirts in den Urlaub fliegt. Aber es blieb keine Zeit mehr zum Auspacken, meine Mutter musste mich schnell zum Zug bringen. Mit dem ging es dann nach Potsdam zu Barbara, um dort die letzten Sachen für die Reise vorzubereiten.

08.02.11  -  Fertigstellung der Doktorarbeit

Nach einer arbeitsintensiven Nacht bis um 1 Uhr stand ich 7 Uhr auf, leicht fertig aber hellwach. Schließlich wollte ich an diesem Tag meine Dissertation (Doktorarbeit) abgeben. Da ich so viele Sachen zu erledigen hatte, musste ich das Auto benutzen. Dabei wollte ich doch noch meine Danksagung im Zug nach Potsdam schreiben. Nach einer Stunde Fahrt von Jeserig zur Maulbeerallee am Botanischen Garten im Park Sanssouci war ich um 9:30 im Büro. Nach den letzten sporadischen Überprüfungen meiner Arbeit auf dem PC fing ich mit dem Drucken an. Ok, 4mal 150 Seiten ist nicht so viel und für einen Laserdrucker keine Hürde. Nachdem ich dann die extra ausgedruckten Farbabbildungen einsortiert hatte, konnte ich gegen Mittag zum PrintExpress an der Wilhelmgalerie aufbrechen. Der Copyshop gehört meinen Verwandten, aber man wird auch als normaler Kunde super bedient (Achtung Schleichwerbung). Die 4 Exemplare waren schnell gebunden und ab ging es nach Golm zum Promotionsdekanat, wo ich meine Arbeit abgeben wollte. Zuvor rannte ich aber noch zu diversen Stellen um mir nötige Unterschriften zu besorgen. Doch schließlich konnte ich die Arbeit abgeben. Erleichterung stellt sich allerdings nicht sofort ein, da noch ein paar organisatorische Sachen nicht stimmten. Das hieß, ich musste mich wieder auf den Weg nach bestimmten Unterschriften machen. Erinnerte mich ein wenig an die Suche von Asterix & Obelix auf der Suche nach dem Passierschein A38?? in einer römischen Behörde. Am Ende war jedoch das Meiste geregelt und der Rest ließe sich mit Emails abarbeiten. Zurück in meinem Büro räumte ich unverzüglich meinen Schreibtisch, da jemand Anderes demnächst auf meinen Platz kommen würde. Ein bisschen Wehmut macht sich da schon in mir breit. Hat mir die Arbeit an der Uni doch sehr gefallen. Vermissen werde ich den schönen Standort im Park und vor allem die netten Kollegen. Aber keine Zeit für diese Sentimentalitäten, denn ich musste schnell nach Belzig zur Krankenkasse, dort meine Versicherung ändern lassen (da ich nun nicht mehr über das Arbeitsamt versichert bin) und noch einen zusätzlichen Auslandreisezusatzschutz beantragen. Der normale private Auslandreisezusatzschutz gilt meist nur für 43 Tage im Jahr. Da ich aber 70 Tage verreise muss ich ab dem 43. Tag extra etwas bezahlen. Zwei Tage vor Abreise wurde es auch Zeit diese Versicherung abzuschließen. Zu Hause konnte sich dann endlich Erleichterung einstellen. Nachdem ich meinen Eltern von der erfolgreichen Abgabe meiner Doktorarbeit berichten konnte, realisierte ich erst richtig, dass nun das Projekt der letzten 4 Jahre zu Ende ist.

Reiseinfos vorab

Geplant ist eine Reise nach Puerto Rico (1) und Kalifornien (2). 

(1) 
In San Juan, Hauptstadt des Inselfreistaates Puerto Rico welcher den USA angehört, werde ich nur 12 Tage bleiben. Dort findet eine sehr große internationale Konferenz der ASLO-Organisation (Advancing the Science of Limnology and Oceanography) statt, bei welcher ungefähr 2000 Limnologen (Süßwasser-Wissenschaftler) und Ozeanologen (Salzwasser-Wissenschaftler) erwartet werden. Mein Chef, 3 weitere Doktoranden, sowie eine Diplomandin und Barbara nehmen ebenfalls wie ich an der Tagung mit einem Beitrag teil. Die meisten halten einen Vortrag (12 min lang mit 3 min anschließender Diskussion), ich präsentiere jedoch ein Poster. An diesem steht man dann ca. 2 Stunden zu einer bestimmten Zeit und beantwortet Fragen zu den gezeigten Ergebnissen. Untergebracht sind Barbara und ich in einem Gästehaus einer netten einheimischen Frau (organisiert über couchsurfing). Vom Flughafen in San Juan werden wir von Francisco und Adisel abgeholt. Adisel kommt ursprünglich aus Puerto Rico und ist die Frau von Francisco, ein Arbeitskollege von mir und Barbara, welcher zwar nicht an der Tagung teilnimmt, aber ‚zufällig’ zu der Zeit der Tagung in Puerto Rico verweilt. Beide leben derzeit in Deutschland, haben aber ein Haus auf Puerto Rico. Mehr konnte ich bezüglich meinem Aufenthalt auf Puerto Rico nicht planen, da mir die Zeit aufgrund der Fertigstellung der Doktorarbeit fehlte. Nicht einmal einen Reiseführer konnte ich kaufen! Aber es gibt sicherlich Touristeninformationen und die Einheimischen, welche uns da gern beraten. Adisel hat uns im Voraus eine Email mit allerlei nützlichen Details geschickt.

(2) 
Nach der kurzen Zeit in Puerto Rico geht es dann nach Kalifornien, Berkeley, in der Nähe von San Francisco. Barbara arbeitet dort für zwei Monate an einem Projekt mit Neo, einem ehemaligen Kollegen von uns. Ich begleite sie dorthin und werde eventuell ein wenig am Projekt mitarbeiten, um mir meine Miete in dieser Zeit zu verringern. Es ist noch nicht ganz klar, wo wir die gesamte Zeit untergebracht werden. Die erste Woche haben wir wahrscheinlich eine kleine Wohnung. Für den Rest der Zeit muss noch etwas gefunden werden. Details zu dieser Reise werden dann wohl noch folgen müssen. Aber glücklicherweise habe ich von meinen Freunden den besten Reiseführer bekommen, so dass ich mich dieses mal schon ein wenig im Voraus informieren kann.