12.02.11
Am Vormittag unterhielten wir uns kurz mit Judy, einer älteren Frau aus den USA, welche auch bei Zoraida für ein paar Tage via couchsurfing untergebracht war. Sie ist Demokratin und es war nicht schwer, schnell in politische Themen einzusteigen. Sie und ihr Mann sind Teil eines länderübergreifenden Projektes, bei welchem Menschen beim Häuserbau geholfen wird. Die Betreffenden Leute haben zwar einen Job, aber das Geld reicht für einen Hausbau nicht aus. Judy unterrichtet hier Englisch, ihr Mann ist Architekt. Nach einer Weile kam Zoraida und sie zeigte uns den Supermarkt.
Gegen Mittag kamen Francisco und Adisel zu Zoraida’s Haus und wir fuhren anschließend zum Strand auf der ‚Isla Verde’, einer Halbinsel welche ziemlich zentral zwischen Old San Juan und dem Flughafen liegt. Für die Puerto Ricaner ist jetzt Winter und das Wasser ihrer Meinung nach kalt. Als Mitteleuropäer kann ich das Wasser aber als warm einschätzen. Das einzig Nervige war der ziemlich starke Wind, welcher einem den sehr feinkörnigen Sand des Strandes an alle möglichen Stellen blies. Durch den Wind war auch entsprechender Wellengang wodurch ich das ein oder andere Mal ordentlich salziges Wasser schluckte. Mir wurde erklärt, dass Nacktbaden auf Puerto Rico generell verboten ist und ‚oben ohne = top less’ bei Frauen nur erlaubt ist, wenn sie sich auf den Bauch legen. Puerto Rico ist eben der Karibikteil der USA.
Nach dem Baden fuhren wir zu speziellen Kiosken mit Essen, was wir laut Adisel unbedingt probieren sollten. Das Essen war schon lecker, aber ungemein fettig. Hier wird fast alles frittiert, so aßen wir also frittierten Fisch, Krabben oder Bananen. Im Anschluss gab es noch karamellisiertes Kokosnussfleisch. War das Lecker! Ich stehe ja so auf süße Sachen und davon gibt es hier reichlich.
Wieder in der Wohnung, genehmigte ich mir erst einmal 2 Stunden Schlaf und am Abend erkundeten Barbara und ich den Weg zu Fuß zum ‚Plaza Las Américas’, dem größten Einkaufszentrum (Shopping Mall) der Karibik. Die Shops waren schon geschlossen und nur das Kino hatte noch auf. Zoraida empfahl uns zuvor einen Film. Da dieser nicht lief, gingen wir wieder zurück in unsere Wohnung um zu schlafen, da wir durch die Zeitumstellung wieder sehr müde waren.
Ein paar Worte zum Strassenverkehr:
Man muss auch mal erwähnen, dass die Straßen für ein Vorankommen zu Fuß nicht unbedingt geeignet sind. Alle Leute fahren hier mit dem Auto. Radfahrer gibt es kaum und werden auch nicht ernst genommen. Auf Fußgänger nehmen die Autofahrer große Rücksicht, aber stellenweise gibt es keine Fußgängerwege bzw. diese stehen voll mit parkenden Autos. Das überqueren von großen Strassen ist auch eine echte Herausforderung, da es keine Fußgängerampeln gibt. Oft kommt man an tote Enden, wo der Weg einfach an einem Zaun oder einer Betonmauer endet. Fast jeder erwachsene Puerto Ricaner hat ein Auto und auch kurze Strecken werden damit zurückgelegt, eben weil man besser an sein Ziel kommt, da alles auf den Autoverkehr ausgelegt ist. Das Benzin ist natürlich sehr günstig hier, momentan so ca. 0.75 Dollar, umgerechnet so ca. ein Drittel vom deutschen Preis. Da aber alle Leute mit dem Auto fahren führt das natürlich zu ordentlichen Staus im Straßenverkehr. Francisco meinte, die Autoverkäufer zahlen den Politikern genug, damit diese den Busverkehr nicht weiter verbessern, was sehr leicht getan werden könnte.
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