Das Hostel
war sehr hellhörig. Trotzdem konnten wir die erste Nacht
durchschlafen, wahrscheinlich weil wir von der langen Reise so
erschöpft waren. Wir machten
uns auf zum Kostümmuseum, welches sich in der Nähe unseres Hostels
befand. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen der vielen Tempel
(wahrscheinlich den Kosho-ji Tempel), welche sich über die Stadt
verteilen. Kyoto ist anscheinend gut geeignet, wenn man noch einen
Hauch des traditionellen Japans erleben möchte, aber dazu später
mehr.
Im
Kostümmuseum kann man wechselnde Ausstellungen nach bestimmten
Themen oder Zeitaltern besichtigen. Die Themen werden anhand von
Miniaturpuppen dargestellt. Das aktuelle Thema war eine
Hochzeitsvorbereitung einer bestimmten Epoche, bei der ein Shogun
verheiratet werden sollte. In einem
weiteren Raum konnte man auch die alten Gewänder anprobieren, was
Barbara auch tat.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Nishiki-Markt, passierten wir einen weiteren Tempel im Herzen Kyotos, den Bukko-ji Tempel (Temple of the Buddha Light). In diesem Tempel befand sich kaum jemand. Wie wir später erfahren sollten, konzentriert sich der Touristenstrom auf bestimmte Hauptsehenswürdigkeiten. Zum Beispiel auf dem Nishiki-Markt, einer überdachten Marktstrasse, in deren Shops man alle erdenklichen kulinarischen Sachen ausprobieren kann. Bei den meisten Snacks oder Gerichten kann man aber nicht erkennen, um was es sich handelt und die häufig nur japanischen Beschreibungen helfen auch nicht wirklich weiter. Da hilft nur probieren und hoffen, dass es einem schmeckt...
Danach kamen
wir zum Kamo, der Fluss, der Kyoto durchfließt. Dort gab es viele
Terrassen von angrenzenden Restaurants und Leute die sich am Fluss
von den hektischen Einkaufstrassen entspannten (so wie wir).
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| Kyoto II |
Nach einer
Verschnaufpause am Fluss wollten wir uns noch die Nijo-Burg
anschauen, aber diese war um 17 Uhr schon geschlossen. Stattdessen
gingen wir durch einen in der Nähe gelegenen sehr schönen Garten
(Shinsen-en Garten). Im Garten befand sich auch ein für Japan
typischer Teich voll mit Karpfen und Koi-Karpfen. In der Nähe eines
kleinen Schreins befand sich ein Rahmen an dem viele kleine weiße
zusammengefaltete Zettel angebunden waren. Bei diesen handelt es sich
um Omikuji, Schicksalszettel, auf denen Wahrsagungen geschrieben
sind. Handelt es sich um schlechte Wahrsagungen, dann binden die
Leute die Zettel einfach in der Nähe des Schreins oder Tempels an,
lassen diese also zurück. Ist die Wahrsagung gut, dann wird der
Omikuji behalten.
Nach einer
weiteren überfüllten überdachten Einkaufstrasse suchten wir uns
ein Restaurant und aßen Okonomiyaki, ein traditionelles japanisches
Gericht. Dabei handelt es sich um auf einer Eisenplatte gebratenen
Gemüsemix, verfeinert wahlweise mit Käse, Fleisch oder Fisch (mehr infos auf wiki).
Auf dem Weg
zurück zum Hostel kamen wir noch an einem der zahlreichen
Pachinko-Spielhallen vorbei. In diesen würde ich es keine 5 Minuten
aushalten, da der Geräuschpegel zwischen einem Düsenflugzeug und
einer Metallverarbeitungsfabrik schwankt. Es ist wirklich unangenehm
laut dort drin und ich hab keine Ahnung, was die Japaner daran toll
finden können.

