Sonntag, 29. Juli 2012

Erkundung von Kyotos Innenstadt

07.07.12
Das Hostel war sehr hellhörig. Trotzdem konnten wir die erste Nacht durchschlafen, wahrscheinlich weil wir von der langen Reise so erschöpft waren. Wir machten uns auf zum Kostümmuseum, welches sich in der Nähe unseres Hostels befand. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen der vielen Tempel (wahrscheinlich den Kosho-ji Tempel), welche sich über die Stadt verteilen. Kyoto ist anscheinend gut geeignet, wenn man noch einen Hauch des traditionellen Japans erleben möchte, aber dazu später mehr.
Im Kostümmuseum kann man wechselnde Ausstellungen nach bestimmten Themen oder Zeitaltern besichtigen. Die Themen werden anhand von Miniaturpuppen dargestellt. Das aktuelle Thema war eine Hochzeitsvorbereitung einer bestimmten Epoche, bei der ein Shogun verheiratet werden sollte. In einem weiteren Raum konnte man auch die alten Gewänder anprobieren, was Barbara auch tat.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Nishiki-Markt, passierten wir einen weiteren Tempel im Herzen Kyotos, den Bukko-ji Tempel (Temple of the Buddha Light). In diesem Tempel befand sich kaum jemand. Wie wir später erfahren sollten, konzentriert sich der Touristenstrom auf bestimmte Hauptsehenswürdigkeiten. Zum Beispiel auf dem Nishiki-Markt, einer überdachten Marktstrasse, in deren Shops man alle erdenklichen kulinarischen Sachen ausprobieren kann. Bei den meisten Snacks oder Gerichten kann man aber nicht erkennen, um was es sich handelt und die häufig nur japanischen Beschreibungen helfen auch nicht wirklich weiter. Da hilft nur probieren und hoffen, dass es einem schmeckt...
Danach kamen wir zum Kamo, der Fluss, der Kyoto durchfließt. Dort gab es viele Terrassen von angrenzenden Restaurants und Leute die sich am Fluss von den hektischen Einkaufstrassen entspannten (so wie wir).

Kyoto II

Nach einer Verschnaufpause am Fluss wollten wir uns noch die Nijo-Burg anschauen, aber diese war um 17 Uhr schon geschlossen. Stattdessen gingen wir durch einen in der Nähe gelegenen sehr schönen Garten (Shinsen-en Garten). Im Garten befand sich auch ein für Japan typischer Teich voll mit Karpfen und Koi-Karpfen. In der Nähe eines kleinen Schreins befand sich ein Rahmen an dem viele kleine weiße zusammengefaltete Zettel angebunden waren. Bei diesen handelt es sich um Omikuji, Schicksalszettel, auf denen Wahrsagungen geschrieben sind. Handelt es sich um schlechte Wahrsagungen, dann binden die Leute die Zettel einfach in der Nähe des Schreins oder Tempels an, lassen diese also zurück. Ist die Wahrsagung gut, dann wird der Omikuji behalten.
Nach einer weiteren überfüllten überdachten Einkaufstrasse suchten wir uns ein Restaurant und aßen Okonomiyaki, ein traditionelles japanisches Gericht. Dabei handelt es sich um auf einer Eisenplatte gebratenen Gemüsemix, verfeinert wahlweise mit Käse, Fleisch oder Fisch (mehr infos auf wiki).
Auf dem Weg zurück zum Hostel kamen wir noch an einem der zahlreichen Pachinko-Spielhallen vorbei. In diesen würde ich es keine 5 Minuten aushalten, da der Geräuschpegel zwischen einem Düsenflugzeug und einer Metallverarbeitungsfabrik schwankt. Es ist wirklich unangenehm laut dort drin und ich hab keine Ahnung, was die Japaner daran toll finden können.

Ankunftstag in Kyoto

06.07.12
Nach einer gefühlt unendlich langen Reise [ca. 2 h mit Bus von Kiel nach Hamburg Flughafen -> 2 Stunden am Flughafen -> 1,5 h Flug nach Paris -> 2 h am Flughafen -> 11 h Flug nach Osaka (Japan) -> 2 h Zugfahrt nach Kyoto] kamen wir endlich um ca. 11 Uhr Ortszeit am Hauptbahnhof in Kyoto an. Der check-in in unserem Hostel war erst ab 16 Uhr möglich. Während des langen Fluges schauten wir uns aktuelle Kinofilme an, kamen aber kaum zum Schlafen. Dementsprechend müde verstauten wir unser Gepäck im Schließfach und machten uns auf in die Stadt.Das Klima war sehr warm und extrem schwül. Da in Japan gerade Regenzeit herrschte, war es nicht verwunderlich, dass es ab und zu mal regnete. Die Japaner hatten deshalb auch immer einen Regenschirm dabei.

Als erstes schauten wir uns den To-ji Tempel (Ost-Tempel) an, welcher unweit vom Hauptbahnhof und unserem Hostel lag. In einer Halle des To-ji befanden sich einige beeindruckende Buddhismus-Statuen. Leider darf man diese, wie in fast allen Tempeln, nicht fotografieren. Deshalb werdet ihr in den Fotos auch leider kaum Fotos der wirklich prächtigen Tempel-Statuen finden. Der To-ji Tempel beherbergt mit 57 Metern auch die größte Pagode von ganz Japan in seinem Garten.
Danach schauten wir uns einen Freizeitpark, den Umekoji Park an. Leider sind die Fotos davon abhanden gekommen, aber ein paar Impressionen kann man auf folgender Webseite bekommen:

Kyoto I

Schließlich fanden wir uns mit unserem Gepäck im Tomato-Hostel ein. Die Räumlichkeiten des Hostels waren kleiner als Gedacht. Die Küche war ziemlich klein und der Gemeinschaftsraum eigentlich nur ein umfunktioniertes normales Zimmer. In unserem Raum befand sich außer den traditionellen Bambusmatten nur ein Schrank und ein Doppelstockbett. Stühle und Tische, Fehlanzeige. Das hieß, immer auf dem Boden sitzen und essen. Nichts für mich, da mir die Knochen nach einer Weile wehtaten. Dafür war die Unterkunft mit ca. 30 EUR pro Person und Nacht für Kyoto ziemlich preiswert.

Japan: Kyoto - Biwa-See

Ein paar Informationen zur Japanreise vorab:
Der Grund der Reise nach Japan war natürlich vorrangig beruflicher Natur. In der Nähe von Kyoto fand die jährliche Konferenz der Association for the Sciences of Limnology and Oceanography, kurz: ASLO, statt. Ich hielt dort einen 15-minütigen Vortrag über meine letzten Forschungsergebnisse in Potsdam. Des weiteren hört man sich auf solch einer Konferenz eine Menge Vorträge von anderen Wissenschaftlern an und diskutiert die aktuelle Forschung mit Kollegen des eigenen Fachgebiets. Barbara hielt auch einen Vortrag auf der ASLO-Konferenz. Die Konferenz fand im Ort Otsu statt, gelegen am größten Binnensee Japans, dem Biwa-See. Wir kamen ein paar Tage vorm Konferenzbeginn in Kyoto an und blieben danach noch ein paar Tage um uns die alte Kaiserstadt genauer anzuschauen.

Spanien: Barcelona

Januar 2012

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