Samstag, 27. Oktober 2012

Stareso-Forschungsstation auf Korsika - Teil 2

03.-05.10.12
Am Vormittag und am späten Nachmittag wurde fleißig gearbeitet. Einen Tag kam jemand von einer Forschungsstation in der Nähe von Nizza, um uns eine Einführung in ein kompliziertes Arbeitsgerät zu geben. Über die Mittagszeit hatten wir gewöhnlich ein paar Stunden frei, Siesta eben. Dann wanderten in den Hügeln nahe der Forschungsstation herum, oder schnorchelten im Meer. Neben den vielen Fischen konnte man manchmal Moränen oder Tintenfische sehen. Am vorletzten Tag hatten wir nach dem Mittag frei und ich lief mit einigen Leuten in die nahe gelegene Stadt Calvi. Nach 1,5 Stunden Fußmarsch an der sehr schönen Küste entlang erreichten wir die Altstadt von Calvi. Das Städtchen ist typisch mediterran, mit engen Gassen und hübschen Cafés. Etliche Läden bieten Sachen für Touristen an. Ich war mehr an der Burganlage interessiert und schaute mir diese allein an, da die anderen eher shoppen und was essen wollten. Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz an einem steinigen Strand an, um uns abzukühlen.

Blick von Calvis Burganlage

Korsika IV & V

Rundumblick zwischen Calvi und Stareso-Forschungsstation

Früh am Morgen des letzten Tages brachen wir mit dem Boot nach Calvi auf. Von dort wurden wir etappenweise mit einem Auto zum Flughafen gebracht. Ich nutzte die Verschlafenheit des Städtchens zur frühen Stunde, um noch ein paar letzte Fotos zu schießen. Natürlich durfte der Espresso im Café nicht fehlen.

Korsika VI

Dienstag, 2. Oktober 2012

Stareso-Forschungsstation auf Korsika - Teil 1

30.09.-05.10.12
Mit meinen neuen Kollegen machte ich einen Arbeitsgruppenausflug nach Korsika (man gönnt sich ja sonst nichts als vielbeschäftigter Wissenschaftler). Mit 14 Leuten starteten wir 6 Uhr früh vom Bergener Flughafen, was Aufstehen um 3:15 Uhr bedeutete. Über Kopenhagen und Nizza flogen wir nach Calvi auf Korsika, wo wir von Regen begrüßt wurden. Als Bergener ist man das ja gewöhnt und dazu war es doch recht angenehm warm. Wir aßen Mittag in der Stadt Calvi und wurden mit einem Boot zur Forschungsstation Stareso gebracht, da nicht genügend geeignete Autos oder Fahrer zur Verfügung standen, die uns den schlechten Weg zur Forschungsstation bringen konnten. Wir passten eine Lücke zwischen zwei Gewitterstürmen für die Bootstour ab. Bei Stareso angekommen wurden die meisten Kollegen im Leuchtturmhaus auf dem Gipfel eines Hügels untergebracht. Ich bekam ein Bett in einem Bungalow nahe der Station am Wasser zugewiesen, was sich im Nachhinein als günstiger erwiesen hat. Einige von uns nahmen gleich mal ein Bad in der warmen See und am Abend wurde sich ordentlich an den Wein- und Biervorräten bedient.

Korsika I

Panorama der Stareso-Forschungsstation

Auf der Forschungsstation werden wir mit Frühstück, Mittag und Abendbrot versorgt. Ansonsten wird hier auch ordentlich gearbeitet. Ich wurde der Chemielaborgruppe zugeordnet, weil ich demnächst einige Sachen dort messen werde. Es wird fast nur auf Norwegisch gesprochen, da ich der einzige bin, der (noch) kein Norwegisch kann. Lesen geht mittlerweile schon einigermaßen, aber vom Verstehen bin ich noch ganz schön weit entfernt. Muss ich wohl lernen, wenn ich die ganzen Witze irgendwann verstehen möchte.

Korsika II

Panorama vom Berggipfel

Korsika III


Interessantes & Lustiges über Japan und die Japaner

Zum Abschluss möchte ich noch auf ein paar interessante bzw. lustige Eigenheiten der Japaner hinweisen, die mir auf meiner Reise aufgefallen sind. Anscheinend erleben viele andere (westliche) Leute es ähnlich, weshalb ich nur auf andere Blogeinträge verweisen brauche:

Eigenheiten und Besonderheiten der Japaner und des japanischen Alltags

Link zum (englischsprachigen) Comic:
„10 good reasons to visit Japan (or not!)“

Am Ende des Comics gibt es noch Links zu allerlei anderen lustigen typisch japanischen Sachen.

Samstag, 25. August 2012

Letzter Tag in Japan ...

17.07.12
Am Nachmittag unseres letzten Tages sollte der Hauptumzug des GION-Festivals stattfinden. Somit war genug Zeit, davor noch andere Sachen anzuschauen. Wir begannen mit dem internationalen Mangamuseum, welches über 200.000 Gegenstände, zumeist Hefte & Bücher, in seinen Sammlungen besitzt. Die Hauptausstellungshalle mit dem geschichtlichen Verlauf der Mangas (jap. Comichefte) und allem möglichen Wissenswertem ist recht sehenswert. Ansonsten gibt es neben ein paar Mangas in anderen Sprachen, eben eine Unmenge an Manga-Heften auf Japanisch zu bestaunen.
Danach gingen wir zur Burg Nijo (Bauphase 1601-1626), welche ehemaliger Sitz der Tokugawa Shoguns war. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Wagenumzug des GION-Festivals. Etliche sehr hochgebaute Wagen (Yamaboko), auf denen ca. 20 Personen saßen, wurden von ca. 50 Leuten mit Seilen durch die Straßen gezogen. Die Personen auf dem Wagen machten mit an Seilen befestigten Glocken Musik und ganz vorn auf dem Wagen waren zwei Personen, welche eine künstlerische Darbietung zeigten und von Zeit zu Zeit Kommandos an die ziehenden Personen gaben. Irgendwie ist das Ganze schwer zu beschreiben, muss man wahrscheinlich einfach mal selbst gesehen haben. Zur Richtungsänderung mussten die Wagen auf angefeuchteten Bambusstreifen von etlichen Leuten verschoben werden, was je nach Erfahrung der Leute unterschiedlich lange dauerte. Wir schauten uns dieses Spektakel eine Weile an und gingen dann schließlich zur Burg, welche nur bis 16 Uhr geöffnet war. Das Burggelände war umgeben von einem Wassergraben und einer dicken Mauer. Innerhalb des Burggeländes befanden sich mehrere Gebäudekomplexe. Das größte Gebäude war die Residenz des Shoguns, der Ninomaru-Palast, dessen Räume man sich anschauen, aber nicht fotografieren durfte. Besonders interessant waren die Nachtigall-Fussböden um die privaten Gemächer des Shoguns, welche so gebaut wurden, dass sie wie Vogelstimmen quietschten, wenn man sich auf ihnen bewegte. Auf diese Weise sollten hinterhältige Überfälle von Meuchelmördern bemerkt werden, quasi wie eine historische Alarmanlage.
Danach fuhren wir zum Yasaka-Schrein. Von dort begann der Hauptumzug des GION-Festivals, die Mikoshi-Parade. Der Umzug bestand aus mehreren Prozessionen, dessen Bedeutung ich nur erahnen konnte. Besonders beeindruckend waren die tragbaren Schreine (Mikoshi), nach denen der Umzug benannt ist und welche von etlichen Leuten auf den Schultern getragen wurden. Dabei hüpften die Träger (mit dem Schrein) zu einem rhythmischen „haifa, haifa“ Gesang. Der Mikoshi und dessen Träger waren noch von mehr als 50 anderen in weiß gekleideten Personen umgeben, welche die Träger anscheinend ablösen wollten. Beeindruckend waren auch die Massen an Zuschauern, welche sich zu beiden Seiten der Straße drängten.
Zufrieden mit den letzten kulturellen Eindrücken eines wirklich faszinierenden Landes konnten  wir am nächsten Morgen die lange Heimreise nach Deutschland antreten.

Mangamuseum / Burg / GION-Festival

Im Osten Kyotos - Teil II

16.07.12
Ein weiterer Sightseeingtag mit Barbaras Freundin im Osten Kyotos war geplant. Wir trafen uns mit Tündi am Hauptbahnhof und fuhren mit dem Bus zum Ginkakuji Tempel, dem Silbernen Pavillon. Der Silberne Pavillon ist nicht, ähnlich dem Goldenen Pavillon, mit Silber verkleidet. Ursprünglich war das vom damaligen Herrscher geplant, doch nach dessen vorzeitigen Ableben wurde das ‚Silber‘-Projekt nicht mehr fertiggestellt. Trotzdem ist der Silberne Pavillon einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wahrscheinlich liegt das an seinem sehr schön angelegten Garten.
Danach schlenderten wir den Philosophenweg entlang, welcher an einem mit Kirschbäumen gesäumten Kanal entlang läuft. Der Name geht auf einen berühmten japanischen Philosophen und Universitätsprofessor des 20. Jahrhunderts zurück, welcher den Weg für die tägliche Meditation genutzt haben soll. Der Weg soll besonders zu Kirschblüte wunderschön sein. Aber auch zu unserer Zeit gab es einige interessante Sachen am Wegesrand zu entdecken.
Danach wollten wir uns noch den Kaiserpalast im Zentrum der Stadt anschauen. Leider waren die kaiserlichen Gebäude an diesem Tag komplett geschlossen (evtl. wegen hochrangigem Besuch) und nur der Park war zugänglich. Die Sonne schien und es herrschte eine für Mitteleuropäer extrem drückende Hitze. Wir beschlossen deshalb, zum Kamo-Fluss zu fahren und uns dort am Ufer auszuruhen. Am Kamo konnten wir auch ein paar Tiere beobachten, die man inmitten der Stadt nicht unbedingt erwarten würde.
Nicht weit vom Kamo entfernt befindet sich der Stadtteil GION. Dort war ganz schön was los, da momentan das GION-Festival stattfand. Die Straßen waren zum Brechen voll. Im GION-Distrikt konnten wir Straßenvorführungen und auch richtige Geishas sehen. Wir hielten uns jedoch nicht sehr lange dort auf, da Tündi uns noch den Fernsehturm von Kyoto, den Kyoto-Tower, bei Nacht zeigen wollte. Kyoto ist wie jede Großstadt ordentlich beleuchtet und man konnte mit kostenlosen Spektiven in alle Richtungen spähen. Danach mussten wir uns leider von Tündi verabschieden, da sie mit dem Nachtbus wieder zurück nach Tokio fuhr.

Ost-Kyoto II

Samstag, 18. August 2012

Im Osten Kyotos - Teil I

15.07.12
Früh am Morgen kam Tündi, eine ehemalige Schulfreundin von Barbara, in Kyoto an. Sie kam mit dem Nachtbus von Tokyo, wo sie lebt, arbeitet und studiert. Wir frühstückten in einer Touristen-Bar und machten uns dann auf den Weg nach Ost-Kyoto, den traditionell erhaltenen Teil der alten Kaiserstadt. Im Osten Kyotos gibt es neben einigen berühmten Tempeln auch eine Unmenge von kleineren Tempeln und Schreinen, wovon jeder seinen eigenen individuellen Charme besitzt. Wir begannen mit dem Sanjusangen-doTempel, in dessen Haupthalle die Tausendarmige Kannon, eine große Statue mit sehr vielen Armen, von 1001, im Detail unterschiedlichen, lebensgroßen Statuen umgeben ist. Die 1001 in regelmäßigen Reihen angeordneten Statuen sind aus Zypressenholz und vollständig vergoldet. Das war wirklich beeindruckend. Leider war auch dort Fotomachen nicht erlaubt.
Nach dem Tempel schlenderten wir weiter durch die Strassen Ost-Kyotos und stießen auf ein Paar Maikos. Maikos sind Auszubildende der Geishas, den traditionell japanischen Unterhaltungskünstlerinnen. Danach kamen wir zum RyozenKannon, einer Anlage zum Gedenken an die japanischen Gefallenen des 2. Weltkriegs. Die riesige Buddha-Statue auf dem Gelände ist 24 Meter hoch und wiegt ca. 500 Tonnen!
Danach schlenderten wir weiter in Ost-Kyoto herum und erkundeten noch andere eher unbekannte Tempel. Diese waren dann wenigstens nicht so überlaufen von all den Touristen, wie wir selbst. Mit Tündi hatten wir auch endlich jemanden, der die Sachen verstehen und übersetzen konnte. Auch sonst erzählte Tündi uns fiele interessante Sachen über die Japaner und deren Kultur. Außerdem zeigte sie uns noch die ein oder andere kulinarische Köstlichkeit, die wir sonst wahrscheinlich verpasst hätten. Ok, die Eiscreme mit dem gemahlenen Grüntee (Matcha-Eis) hatten wir schon vorher probiert. Mein Fall ist es nicht, aber Barbara mag es.

Exkursion rund um den Biwasee

14.07.12
Am Samstag fuhren wir wirklich zeitig nach Otsu, um von dort an einer von der Tagung organisierten Exkursion am Biwasee teilzunehmen. Mit dem Bus und ca. 15 anderen Exkursionsteilnehmern fuhren wir zunächst nach Takashima, zum nördlichen Teil des Sees. Dort sahen wir uns ein noch relativ traditionell gebliebenes, man könnte auch böse sagen, rückständiges Dorf an. Die 'professionelle' Reisebegleiterin sprach nur japanisch und unsere zwei Begleiterinnen vom Konferenz-Hilfsteam versuchten das Gesagte in sehr gebrochenem Englisch zu übersetzen. In dem alten Dorf führte uns ein älterer Herr herum, welcher uns etliche Sachen (auf japanisch) erklärte. Bei der Übersetzung gingen dann wohl einige Sachen verloren sich die zwei Begleiterinnen von der Konferenz wirklich Mühe gaben.
Danach war ein Besuch der Chikubushima-Insel geplant. Die Insel erreichten wir mit einer Fähre, auf der wir unsere Bento-Box zum Mittag genossen. Auf der Fähre stellte sich auch unsere neue Führerin, Maki, vor. Maki war schon überall auf der Welt unterwegs gewesen und wusste die Begrüßungen in fast allen Sprachen der Anwesenden. Auch in Japan lebt sie mit ihren zwei Pferden eine nomadische Art, zieht umher und schläft draußen. Als wir die Insel erreichten, fielen uns die Unmengen an Reihern in den Bäumen auf. Später erfuhren wir von Maki, dass vor nicht allzu langer Zeit der Kot der Vögel alle Bäume hat eingehen lassen. Erst nachdem man alle Vögel vertrieben bzw. getötet hatte, war ein Waldwachstum wieder möglich. Auf der kleinen Insel gibt es den Tuskubusuma Jinja-Schrein und den Hogonji Tempel zu besichtigen. Niemand lebt dort und auch die Shop-Besitzer verlassen die Insel am Abend. Maki erklärte uns viele Sachen der regionalen Religion, Kultur und Mythologie. Wir hatten nicht viel Zeit auf der Insel und nahmen die letzte Fähre zurück zum Festland wo der Bus schon auf uns wartete.

Takashima / Chikubu-Insel / Harie-District

Dann fuhren wir zu unserer letzten Station, dem Harieno Shozu (Quellwasser) Distrikt. Dort wartete ein lokaler Guide auf uns, da man diesen Distrikt nur mit Führung besichtigen darf. Maki übersetzte seine Erklärungen ins Englische. Der Harie-Distrikt ist aufgrund der dort typischen Kabatas bekannt. Bei einer Kabata handelt es sich um einen kleinen Schuppen in dem sich eine Wasserquelle und etliche Becken befinden. Das Quellwasser wird als Trinkwasser benutzt und in einem kleinen Becken, dem Tsuboike aufgefangen. In einem großen Becken (Hataike), in dem sich immer große Karpfen befinden, wird oft das Geschirr gespült. Die Karpfen ernähren sich von den organischen Überresten der Mahlzeiten, werden aber gewöhnlich selbst nicht verspeist, da sie den Stellenwert von Haustieren besitzen. Ursprünglich hielt man die Karpfen als Reserve für schlechte Zeiten. Oft wird Gemüse in den Quellbecken frisch gehalten und manchmal halten sie auch Goldfische im großen Becken getrennt von den Karpfen. In einem Becken sahen wir auch einen Riesensalamander (Oosanshouo genannt), der verletzt dort aufgenommen wurde. Der japanische Riesensalamander ist streng geschützt und kann bis zu 1,5 m lang und 20kg schwer werden. Die Kabatas können im Innenraum sehr unterschiedlich aussehen und einige Bewohner zeigen die Hütten stolz den Touristen. Im Harie-Distrikt kann man viele interessante Details entdecken und ist definitiv einen Besuch wert.