02./03.04.11
Während meines kurzen Kalifornienaufenthaltes vor 4 Jahren besuchte ich schon einmal kurz den Yosemite National Park. Damals war ich im Sommer dort und so begeistert vom Nationalpark, dass ich unbedingt noch einmal dorthin wollte. Der Nationalpark liegt allerdings in den Bergen, wo zurzeit noch reichlich Schnee liegen kann, wie man auf dem einen oder anderen Foto erkennen kann. Deshalb musste ich mich vorher auch reichlich im Internet informieren, welche Straßen befahrbar sind und ob man Schneeketten braucht. Ein im Internet verfügbarer ‚Yosemite Guide’ (Besuchsinformationsbroschüre) lieferte auch die nötigen Tipps, was man Anfang Frühling dort so unternehmen kann. Deshalb fuhren wir am Samstag zuerst in das Hetch Hetchy, ein Tal welches nicht so hoch liegt und deshalb zu dieser Zeit schneefreies Wandern erlaubt. Im Tal befindet sich ein großer Stausee, welcher die großen Städte (z.B. San Francisco) mit Trinkwasser versorgt. Von der Staumauer aus starteten wir unsere kurze Wanderung entlang des Sees. Zuerst mussten wir durch einen dunklen Tunnel laufen, wo ich ein wenig Wasser in die Schuhe bekam, da man die Pfützen am Boden aufgrund der Dunkelheit nicht erkennen konnte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich aber noch nicht, dass die große Feuchtigkeit erst noch kommen sollte... Vom Pfad am See entlang hatte man eine herrliche Aussicht mit einem wunderschönen See-Berg-Panorama. Ab und zu sah man Wasserfälle, interessanterweise auf der Seite unseres Weges und ich überlegte schon, wie der Weg wohl daran vorbeiführen würde. Am ersten größeren Wasserfall angekommen bekam ich auch schon meine Antwort. Der Weg führte einfach mehr oder weniger durch den Wasserfall hindurch, das heißt, der Wasserfall flutete den Weg. Tja, was soll ich sagen, Umkehren war zu dem Zeitpunkt noch nicht angedacht und nach der Überquerung hatten wir die Schuhe erstmal richtig voll Wasser. Der spätere Ausblick entschädigte jedoch dieses kleine Übel und wir genossen das Panorama (der Rückweg war dann allerdings erneut ‚erfrischend’). Leider mussten wir Hetch Hetchy um 17 Uhr verlassen, da die Strasse zum und aus dem Tal um diese Zeit geschlossen wird.
Auf dem Weg in das Yosemite Valley kamen wir am Tuolumne Grove vorbei, einem Hain wo etliche der gewaltigen Riesenmammutbäume (Giant Sequoias) stehen sollten. Nach den gewaltigen Küstenmammutbäumen (Redwoods) wollte ich mir diese Giganten nicht entgehen lassen. Als ich am Parkplatz allerdings die 2 Meter hohe Schneewand sah, kamen mir Zweifel, ob man die eine Meile entfernten Sequoias überhaupt erreichen kann. Aber bei den Amis ist alles möglich und ich fragte deshalb ein am Parkplatz in voller Schneemontur im Schnee spielendes Mädchen, ob man die Mammutbäume zu Fuß erreichen könnte. Sie bejahte und beschrieb mir noch den Weg. Ich weiß nicht, ob sie glaubte, dass ich meine (immer noch nassen) Turnschuhe gegen Schneeschuhe eintauschen würde, aber nachdem ich 100 Meter bei jedem dritten Schritt knietief in den Schnee einsank gab ich die Wanderung zu den Riesenbäumen auf. Nachdem ich die Schneeklumpen aus meinen Turnschuhen entfernt hatte, ging es weiter Richtung Yosemite Valley, wo hoffentlich kein Schnee mehr liegen würde. Etwas Schnee lag immer noch im Tal, aber zum Glück nicht mehr 2 Meter hoch. Dafür kann man im Frühling die ausschließlich von der Schneeschmelze gespeisten Wasserfälle zu bewundern. Vor 4 Jahren im Sommer waren die Wasserfälle nur Rinnsäle, diesmal waren sie schon beeindruckender.
Als es dunkel wurde fuhren wir aus dem Nationalpark nach Mariposa zu unserem Motel, Mothers Lode Lodge. Die Unterkunft war sehr preiswert und das Zimmer mit 2 Queensize Betten (normales mitteleuropäisches Doppelbett), einem Kühlschrank, Klimaanlage und Bad normal ausgestattet. Allerdings war die Ameisengesellschaft am Morgen im Bett nicht so wünschenswert.
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| Hetch Hetchy |
Nach einem ausgiebigen, deftigen Frühstück amerikanischer Art (Rührei mit Schicken) starteten wir am Sonntag Morgen wieder ins Yosemite Valley. Dort schauten wir uns diverse Wasserfälle an und machten eine Wanderung zum Mirror Lake, einem temporären See auf dem in früheren Zeiten Eis für die Kühlung von Lebensmitteln und Getränken ‚geerntet’ wurde. Das Wetter war herrlich und dementsprechend waren auch eine Menge Leute unterwegs, welche sich an bestimmten Stellen konzentrierten, da man zu dieser Zeit die meisten Wanderwege aufgrund des Schnees nicht begehen kann. Das Beeindruckende des Yosemite Valley kann man wirklich schwer beschreiben und auf den Fotos kommt die Weite schlecht rüber. Die Dimensionen sind einfach überwältigend! Leider konnten wir nicht zum schönsten Aussichtspunkt des Nationalparks, dem Glacier Point, fahren, da die Straße dorthin aufgrund des Schnees noch gesperrt war. Deshalb mussten wir uns mit dem zweitschönsten Aussichtspunkt, dem Tunnel View, zufrieden geben. Vom Tunnel View hat man einen herrlichen Blick in das Yosemite Valley. Auf dem Rückweg nach Berkeley hielten wir noch an einem riesigen abgebrannten Gebiet an. Gerippe toter Büsche standen auf aschehaltiger, trockener Erde und gaben dem Ganzen ein ewiges und zugleich endliches Erscheinungsbild.
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| Yosemite Valley |


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